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Orgelbrand: Täter im Visier, Kirche öffnet wieder

ls; 18. Jan 2019, 15:10 Uhr
Archivbild: Leif Schmittgen.
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Orgelbrand: Täter im Visier, Kirche öffnet wieder

ls; 18. Jan 2019, 15:10 Uhr
Gummersbach – Die Orgel in der Kirche St. Franziskus wurde stark beschädigt – Polizei hat Verdächtigen im Visier - Ab 2. Februar finden wieder Gottesdienste statt.
Am 6. November des vergangenen Jahres wurde die Orgel in der Kirche St. Franziskus in Gummersbach durch ein Feuer stark beschädigt (OA berichtete).  Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Brandstifter ist die Polizei offenbar einen Schritt weitergekommen: Laut Behördensprecher Michael Tietze habe man eine für die Tat in Frage kommende Person im Visier. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Tietze keine weitere Details zur Identität und Herkunft des Verdächtigen nennen.
  
Ab Samstag, 2. Februar, steht die Kirche wieder zur Verfügung, zumindest teilweise. Die starke Rauchentwicklung hatte Untersuchungen notwendig gemacht, die in dieser Woche abgeschlossen wurden, wie Gemeindepastor und Kreisdechant Christoph Bersch mitteilte.


[Archivbild: Martin Hütt --- Bald wird Christoph Bersch wieder Gottesdienste in der Kirche St. Franziskus halten.]

Nach Gesprächen mit Gutachtern, Sachverständigen und Verantwortlichen der Versicherung, Kirchenvorstand und Rendantur, Verwaltungsleitung und der Orgelbaufirma Speith, liegen seit dieser Woche die Ergebnisse der Luftmessungen in der Kirche vor. Analysen sowohl von den Kirchenbänken wie auch von den Wänden und der Decke haben ergeben, dass alle gemessenen Schadstoffwerte unbedenklich sind. Das war laut Bersch die entscheidende Voraussetzung für die Wiedereröffnung der Kirche. Die durch den Brand schwer beschädigte Orgel wurde in den vergangenen Wochen entgiftet.

Dazu wurde ein Gerüst errichtet und permanenter Unterdruck erzeugt, so dass mögliche Schadstoffe in eine Filteranlage geleitet wurden. „Dieses Gerüst wird auch während der Abbauphase der Orgel stehen bleiben, wahrscheinlich auch darüber hinaus“, so der Pfarrer. Dadurch stehen für die Gottesdienstbesucher weniger Plätze zur Verfügung, da die Bänke auf der linken Seite der Kirche verbaut sind.  

Wie geht es jetzt weiter? Die Orgel wird in den kommenden Wochen von Fachleuten abgebaut. Dabei werden die Schäden mit Hilfe der Orgelbaufirma und eines Sachverständigen erfasst und dokumentiert. Da Teile des Musikinstruments in der Kirche verbleiben, bleibt die Absperrung des Orgelbereiches bestehen, bis alles wieder vollständig hergerichtet ist. Aus versicherungstechnischen Gründen kann das Gotteshaus in den kommenden Monaten – bis zum Wiedereinbau der Orgel – nur für Gottesdienste geöffnet werden (zu den Beicht- und Messzeiten). Während der Bauphase können Exequien und Sondergottesdienste an Werktagen aber nicht gefeiert werden.

Wahrscheinlich wird die Kirche im Sommer/Herbst für die vollständige Reinigung der Decken und Wände eingerüstet. In dieser Zeit müssen die Gläubigen dann erneut nach St. Klemens in Steinenbrück und in andere Kirchen ausweichen.

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