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Bau des Ärztehauses kann beginnen

Red; 15. Jan 2019, 10:18 Uhr
Ansichten: Genossenschaft Ärztehaus Hülsenbusch eG / Bild: Archiv / Bernd Vorländer --- So wird das Ärztehaus einmal aussehen.
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Bau des Ärztehauses kann beginnen

Red; 15. Jan 2019, 10:18 Uhr
Gummersbach - Mit dem 1. Spatenstich beginnt die Umsetzung eines einzigartigen Projekts: der Bau des Hülsenbuscher Ärztehauses - Das erforderliche Eigenkapital ist erreicht, die Genossenschaft nimmt aber weitere Mitglieder auf.
Die Planung für das Hülsenbuscher Ärztehaus ist abgeschlossen. Alle für den Baubeginn erforderlichen Planungen und Prüfungen liegen vor und die Baugenehmigung wurde inzwischen erteilt, teilen Anette Gelfarth und Bernd Baßfeld vom Vorstand der Genossenschaft „Ärztehaus Hülsenbusch“ mit. Die Genossenschaft hat mit den beiden Wohnungseigentümern eine Bauherrengemeinschaft gebildet und somit kann der Bau des Ärztehauses am kommenden Dienstag mit dem offiziellen ersten Spatenstich beginnen.

Die Ärztehaus Hülsenbusch eG wurde im März 2018 gegründet und zählt inzwischen rund 220 Mitglieder. Die Genossenschaft hat zum Ziel, die ärztliche Versorgung sowie pflegerische und therapeutische Angebote in der ländlichen Region um das Dorf Hülsenbusch dauerhaft sicherzustellen. „Darüber hinaus bietet das Projekt durch die genossenschaftliche Organisation den Menschen der Region die Möglichkeit, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft zu beteiligen und vorhandenes Kapital kontrollierbar zu investieren“, so Gelfarth und Baßfeld. Laut des Genossenschaftsvorstands ist der Bau eines Ärztehauses in dieser Form bislang einmalig in Deutschland.


[Die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft: Anette Gelfarth und Bernd Baßfeld.]

Voraussetzung war unter anderem, dass die passenden Unternehmer gefunden werden konnten. Der Kölner Internist Dr. Patrick Kloos, der die allgemeinmedizinische Praxis von Dr. Oberhoffer in Marienheide übernommen hat, ist überzeugt, dass er die bestehende Dependance in Hülsenbusch in den neuen Räumen im Ärztehaus erfolgreich weiterführen kann: „Wesentliche Aspekte für diese Entscheidung waren die aktive Dorfgemeinschaft, die gleichzeitig für eine gute Patientenbindung sorgt, die günstige Verkehrsanbindung mit breiten, gut anfahrbaren Stellplätzen rund um das Ärztehaus sowie die barrierefreie Erschließung“, so der Internist. Ebenfalls in das Ärztehaus einziehen werden der Kinderarzt Dr. Volker Toelstede aus Gummersbach, der Unternehmer Uwe Söhnchen, der den Betrieb einer Tagespflegeeinrichtung in Hülsenbusch übernehmen wird, sowie Sandra Nowack und Esther Ackermann, die eine Sprachtherapeutische Praxis eröffnen werden.



Die Grundrisse des Ärztehauses wurden gemeinsam mit den Nutzern entwickelt und zeichnen sich durch Wirtschaftlichkeit und Funktionalität aus, so der Genossenschaftsvorstand. Gerade die Kombination der verschiedenen Fachkompetenzen werde dabei von den Akteuren als Gewinn betrachtet: Die Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten wollen zusammenarbeiten und der Bevölkerung so ein interdisziplinäres Angebot für Jung und Alt eröffnen. „Wichtige Ziele der Dorfentwicklung werden gefördert. Die Ansiedelung des Kinderarztes eröffnet außerdem neue Anreize für junge Familien, nach Hülsenbusch zu kommen“, sind die Vorstandsmitglieder Gelfarth und Baßfeld überzeugt.

Das Haus wurde unter Mitwirkung von sechs Architekten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Bundesländern geplant, um den besonderen Anforderungen an eine zeitgemäße, ländliche Architektur gerecht zu werden. „Der Jahresprimärenergiebedarf des Gebäudes liegt mehr als 50 Prozent unter den zulässigen Maximalwerten    der aktuellen Energieeinsparverordnung. Das Gebäude darf nach heutigem Stand als sehr energiesparend betrachtet werden“, erklären die Vorstandsmitglieder stolz. Die wesentliche Primärenergiequelle ist Holz in Form von Pellets. Um die Betriebssicherheit zu erhöhen, wird zusätzlich eine Gastherme installiert. Die Installation einer PV-Anlage ist beabsichtigt, auch wenn dies unter betriebswirtschaftlicher Betrachtung wegen der augenblicklichen Gesetzeslage nicht besonders lukrativ erscheint, so der Genossenschaftsvorstand.


[Lage des Ärztehauses im Dorf.]

Im Dachgeschoss des Hauses werden außerdem zwei Eigentumswohnungen entstehen, die das Gesamtinvestitionsvolumen sowie das Vermietungsrisiko der Genossenschaft im Rahmen halten sollen. Für die schlüsselfertige Erstellung des Gebäudes hat die Firma Korthaus den Zuschlag erhalten. „Wir schätzen uns sehr glücklich, in der Firma Korthaus einen erfahrenen, verlässlichen, regionalen Partner für die Umsetzung unseres Projektes gefunden zu haben“, so Baßfeld. Auch wenn das erforderliche Eigenkapital schon mehr als erreicht ist, nimmt die Genossenschaft weiterhin Mitglieder auf, um die Wirtschaftlichkeit des Projektes noch zu optimieren.

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