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Das "Imbärium" schlägt zurück

gre; 11. Dec 2018, 11:55 Uhr
Bilder: privat --- Michael Ley.
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Das "Imbärium" schlägt zurück

gre; 11. Dec 2018, 11:55 Uhr
Gummersbach - Bären zeichnen klingt nach Kinderbuch? In dem Fall nicht: Der Gummersbacher Michael Ley zeigt mit seiner Facebook Seite „Michels Imbärium“ selbst gezeichnete Bären, die eine Botschaft haben.
Von Michelle Grebe

Michael Ley, eigentlich Leiter im Projektmanagement bei BPW, zeichnet in seiner Freizeit gerne Bären, aber keine einfachen süßen Teddybären, die man in jedem Kinderzimmer antreffen kann, sondern Bären mit Botschaften. Berühmte Persönlichkeiten, Feiertage, Feste oder auch kritische Aspekte, jeder Bär soll entweder zum Schmunzeln oder auch mal zum Nachdenken anregen.


Die Inspirationen dazu kommen einfach, sagt Ley, manchmal sieht er etwas, oder hört etwas im Radio, dann zeichnet er drauf los. Mittlerweile bekommt er auch Ideen für Bären geschickt, die er zeichnen soll. Pro Bär braucht er dafür 30 Minuten bis einige Stunden, je nach Komplexität. Gezeichnet hat der Gummersbacher eigentlich immer schon gerne, zu Schulzeiten war er auch für die künstlerischen Aspekte in seiner Abizeitung verantwortlich und designte zudem die T-Shirts für die Abiturfeier seines Jahrgangs. Doch die eigentliche Geburtsstunde der Bären war in einer Unterrichtsstunde im Geschichte-Leistungskurs, als aus dem Kugelschreiber spontan der Kugelschreibär wurde. Von dort an wurden aus Erdbeeren "Erdbären" und ähnliche Ideen.  



Während des Studiums und später im Beruf wurde zwar noch regelmäßig rumgekritzelt, aber der tatsächliche Auslöser, um wieder aktiv mit dem Zeichnen anzufangen, war ein iPad. Mit dem dazugehörigen Stift konnte man "superkreativ arbeiten", wie Ley schnell merkte, und er fing an, wieder regelmäßig zu zeichnen.  

Zunächst verschickte er die Bären an ein paar Freunde. Dem Rat eines Arbeitskollegen folgend, eröffnete er am 24. Dezember 2017 seine eigene Facebook-Seite mit dem Namen „Michels Imbärium“, angelegt an die Star-Wars-Filme. Und die neu ins Leben gerufene Facebook Seite schlug Wellen: Die ersten hundert Follower waren schnell erreicht und mit der zunehmenden Anzahl an gezeichneten Bären kamen auch immer mehr Personen, die ein „Gefällt mir“ da ließen. Mittlerweile zählt die Seite über 1.000 Abonnenten und mehr als 250 Bären sind auf hier zu finden.



Unter den 1.000 Abonnenten finden sich natürlich auch viele Oberberger, aber auch Personen aus ganz Deutschland sowie vereinzelt Menschen aus Kanada und anderen Ländern. Besonders beliebt war vor allem bei den oberbergischen Fans der Vogelbär, der pünktlich zum Start des Gummersbacher Schützenfestes online gegangen ist und mittlerweile auch in ausgedruckter Form in der Hermannsburg zu finden ist.

Doch mit dem reinen Betrachten auf der Facebook-Seite wollten sich die Follower nicht mehr zufrieden geben. Immer häufiger kamen Anfragen rein, ob man die Bären nicht in gedruckter Form kaufen könne, um sie als Bilder in die Wohnung zu hängen. Als die Anfragen dann immer regelmäßiger kamen, entschied sich Ley im Dezember dazu, ein Kleingewerbe anzumelden, damit er die Bären auch verkaufen kann.

So können die Bären nun einzeln erworben werden sowie Weihnachtskarten und Kalender für 2019 in DIN A4. Vor einiger Zeit wurden auch „Aufklebär“ mit dem Bären drauf erstellt, daraus haben einige Follower nun eine Art Volkssport entwickelt und die Aufkleber mit in den Urlaub genommen und damit Fotos gemacht. So bereisten einige „Aufklebär“ schon Las Vegas, Kanada, die Dominikanische Republik, Singapur und beinahe ganz Mallorca. Neben diesen Produkten ist für nächstes auch Jahr eine Ausstellung - oder besser gesagt eine „Bärnissage“ geplant - sowie ein eigenes Buch.

Auch wenn die Bären nun käuflich erworben werden können, ist es für Ley nach wie vor das wichtigste, seine Follower auf der Seite zum Lachen zu bringen. „Wenn mir Leute schreiben, dass Sie gerade vor Lachen ihren Kaffee wieder ausgeprustet haben, ist das immer noch das schönste Kompliment für meine Arbeit“, sagt Ley und betont, wie wichtig es ihm ist, den Leuten etwas Lustiges in die Facebook-Timeline setzen zu können - gerade wenn auf der Welt so viel schlimmes passiert.

Hier geht es zu Michaels Imbärium.