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Leck im Kopf

bv; 8. Jan 2019, 12:48 Uhr
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Leck im Kopf

bv; 8. Jan 2019, 12:48 Uhr
Oberberg - Und wieder redet unser 'Drickes' Klartext - Liebenswürdig, direkt und nachdenklich spießt er den Alltag auf - Heute geht es um den Datenklau, digitale Unsicherheiten und einen Trugschluss.
Haben Sie die Diskussion der vergangenen Tage auch verfolgt? Telefonnummern, privater Mail-Verkehr, persönliche Daten vieler Prominenter und Politiker – gehackt und über Twitter verbreitet. Natürlich ist das strafbar und ein Verbrechen, schließlich ist die Privatsphäre gesetzlich geschützt. Aber haben Sie sich nicht auch darüber gewundert, dass sich so viele gewundert haben? Natürlich gibt es Datenschutzgesetze in Deutschland, vieles ist verboten, was technisch möglich wäre. Aber heißt das auch, dass unsere Daten sicher sind? Natürlich nicht. Wer sich in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts bewegt, muss wissen, auf was er sich einlässt. Fachleute sagen seit Jahren, dass elektronische Daten nie ganz sicher sind, dass es Missbrauch geben kann, dass man nicht leichtfertig wichtige Informationen, Bilder oder allzu persönliche Informationen posten sollte.

Natürlich ist es richtig, dem Rat von Experten zu folgen, denn ob in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder beim Online-Shopping – überall hinterlassen Internet-Nutzer digitale Spuren. Natürlich sollte man mit der Weitergabe der privaten Mail-Adresse oder gar Passwörtern sehr vorsichtig sein, sollten Passwörter nicht einfach, sondern komplex sein, damit sie nicht im Handumdrehen zu entschlüsseln sind. Natürlich ist es vernünftig, Brandmauern zu errichten und den PC so gut es geht gegen Viren, Trojaner und ähnliches zu schützen. Aber – es gibt keine absolute Sicherheit. Datenlecks in Sozialen Netzwerken, bei Online-Händlern oder gar in Behörden sind beileibe keine Seltenheit mehr. Und das erste Leck beginnt in unserem Kopf, wenn wir nämlich denken, dass uns das alles ja gar nicht passieren könne oder es nicht so schlimm werde, sollte unser Account gehackt werden.

Die digitale Revolution hat längst stattgefunden, die Cloud schon seit geraumer Zeit vielfach den Ordner im Regal abgelöst. Wir sollten aber eben auch wissen, dass seitdem unsere private digitale Welt angreifbarer geworden ist. Deshalb: Ein ‚Zurück‘ in die analoge Welt ist keine Option, aber wir können viel tun, damit es kein böses Erwachen gibt. Und die politischen Entscheidungsträger sollten ein Mehr an Datenschutz ermöglichen – und nicht einer Aufweichung das Wort reden.

Herzlichst

Ihr Drickes

Bernd Vorländer