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Nümbrecht nach Derby-Pleite in höchster Abstiegsgefahr

pn; 14. Apr 2019, 16:00 Uhr
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Nümbrecht nach Derby-Pleite in höchster Abstiegsgefahr

pn; 14. Apr 2019, 16:00 Uhr
Oberberg - Während CVJM II und HCGS II quasi gerettet sind, muss die SSV-Reserve um die Zukunft bangen - TVW-Abstieg endgültig besiegelt - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'. (AKTUALISIERT)

SSV Nümbrecht II - HC Gelpe/Strombach II 23:25 (9:10).



Wie schnell es im Abstiegskampf gehen kann, zeigte der 24.Spieltag. Nach dem Derbysieg der HC-Reserve beim SSV Nümbrecht II ist der Kreis der Teams, die noch zittern müssen, erheblich zusammengeschrumpft. Während die Hausherren im Vorfeld des Abstiegsgipfels kadertechnisch mit offenen Karten gespielt hatten, pokerte die Gummersbacher Spielgemeinschaft bis zum Wochenende und versuchte den Kontrahenten mit einigen Oberliga-Leihgaben zu überrumpeln. Joonas Klama, Sean Borgard und Tom Bonfiglio streiften das HC-Trikot über. „Damit wollten wir auch ein klares Statement setzen, dass auch wir in der Lage sind, Hilfe von oben anzunehmen“, hatte sich Eduard Debnar in den letzten Wochen eigentlich mehrfach dagegen ausgesprochen. Die Anfangsminuten gehörten trotzdem den Südkreislern bis zum 4:2 (15.) durch Routinier Daniel Funk.


[Michiel Lochtenbergh wurde in der Schlussphase mit der blauen Karte auf die Tribüne verbannt.]

„Wir haben leider zu viele Chance liegen lassen“, ärgerte sich Markus Laegner über die fahrlässige Ausbeute seines Teams, das in der Folge den starken Michiel Lochtenbergh nicht in den Griff bekam. Zur Pause war die Partie bereits gedreht und auch nach dem Seitenwechsel waren die Gäste bis zum 19:21 (49.) lange tonangebend, scheiterten aber ebenfalls mehrfach am guten Lars Urbinat im SSV-Gehäuse. Der Aufreger der Partie sollte nur vier Minuten später beim 21:21-Zwischenstand folgen, als der mittlerweile in Manndeckung genommene Lochtenbergh in der Abwehr dem insgesamt blassen Dominik Donath einen Hieb in den Magen versetzte. Während Laegner die Aktion als „brutalen Schlag mit Ansage“ titulierte, zeigte Debnar wenig Verständnis für die ausgesprochene blaue Karte der Schiedsrichter: „Das war maximal eine rote Karte und niemals ein Schlagen nach dem Pfiff, wie sie es im Spielbericht festgehalten haben.“


Nümbrecht nutzte zwar die aufkommende Hektik zur 23:21-Führung (56.), ließ aber in der Schlussphase gleich vier freie Würfe aus, während Gelpe/Strombach die Partie mit dem siebten Feldspieler noch kippte. „Die Tore müssen die Jungs schon selbst machen. Da würde ich mir auch im Training mehr Konzentration wünschen“, ärgerte sich Markus Laegner über die unnötige Niederlage. Durchatmen will Eduard Debnar im Abstiegskampf aber noch nicht: „Es sind jetzt zwar drei Punkte Vorsprung, aber wir wollen allen Eventualitäten aus dem Weg gehen und mindestens Neunter werden.“ Laegner und Heinrichs stehen mit ihrem Team dagegen mit dem Rücken zur Wand. „Wir benötigen jetzt unbedingt zwei Siege“, läuft derzeit vieles auf ein Endspiel am letzten Spieltag gegen den TuS Niederpleis hinaus.

Nümbrecht: Markus Schwemke (7/7), Marcel Samel (6), Daniel Funk (4), Marcel Miebach (3), Dominik Donath (2), Benedikt Opitz (1).


Gelpe/Strombach: Michiel Lochtenbergh (7/3), Jan Höfer (4), Michel Töpfer (3/1), Fynn Schürmann, Thomas Anstötz, Marvin Straub, Tom Bonfiglio (je 2), Marius Euteneuer (2/1), Sean Borgard (1).




TV Wallefeld –TuS Königsdorf 25:29 (12:13).


Der TV Wallefeld steht als zweiter Absteiger nach dem VfR Übach-Palenberg aus der Landesliga fest. „Mit nur einem einzigen Sieg in der Rückrunde schafft man den Klassenerhalt auch nicht“, hatte sich Trainer Jörg Beger in den vergangenen Wochen bereits mit der Rückkehr in die oberbergische Kreisliga anfreunden müssen. Dabei wusste der letztjährige Kreismeister auch gegen den Aufstiegsaspiranten aus Königsdorf durchaus an die guten Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen, die Gäste waren allerdings den entscheidenden Tick routinierter. Über 7:5 (12.) und 10:11 (24.) war der erste Durchgang stets hart umkämpft. Gerade die Rückkehr von Marcus Gilmann sorgte wieder für erhöhte Stabilität in der TVW-Defensive.


Eine kurze Schwächephase sorgte nach dem Seitenwechsel aber doch schnell für klare Verhältnisse. Königsdorf sollte das solide 13:17-Polster (39.) bis zum Schlusspfiff nicht mehr hergeben. Beger war trotzdem zufrieden: „Die Jungs haben sich gut verkauft und mitgehalten.“ Den Unterschied habe einmal mehr die Chancenverwertung gemacht. Den Abstieg will der TVW-Coach dagegen mit der nahezu identischen Mannschaft schnellstmöglich reparieren. Mit zwei Ausnahmen soll der Kader zusammenbleiben und dann in zwei Jahren den nächsten Anlauf starten, endlich aus dem Fahrstuhl zwischen Kreisliga und Landesliga zu entkommen. „Das wäre für den Verein einfach wichtig, weil die Kreisliga sportlich wirklich uninteressant ist“, erklärte Beger abschließend.


Wallefeld: Lukas Dick (6), Nick Dick (5/1), Stefan Hildebrandt (4), Max Meinerzhagen, Jascha Hartmann (je 3), Andreas Becker (2), Daniel Rodriguez, David Raasch (je 1).




CVJM Oberwiehl II – Polizei SV Köln 38:22 (17:11).


Gerade einmal zwei Wochen ist es her, da steckte Oberwiehls Reserve nach der Heimniederlage gegen die HSG Euskirchen plötzlich im tiefsten Abstiegssumpf. 14 Tage und zwei Siege später gerät der CVJM-Blick auf die Tabelle schon wieder wesentlich gelassener. Zwar fehlt den Südkreislern noch ein letzter Punkt zur endgültigen Rettung, es müsste allerdings schon verdammt viel zusammenkommen, damit der aktuelle Tabellenachte doch noch absteigt. Den Auftritt gegen Polizei Köln bezeichnete Trainer Manuel Seinsche dabei schlicht als „geil.“ Die Gäste waren auswärts fast schon traditionell mit einem kleinen Kader angereist, mussten zudem auf ihren privat verhinderten Trainer Ole Akeston verzichten und waren damit schon frühzeitig lediglich ein Spielball einer spielfreudigen Oberwiehler Mannschaft.


„Unser Plan, sie ihres starken Rückraums und ihres Gegenstoßspiels zu berauben, ist voll aufgegangen“, analysierte Seinsche nach der Partie. Während Köln überhaupt nicht zu seinem Run and Gun Handball fand, spielte sich der CVJM über 6:1 (9.) schnell in einen Rausch. Zur Pause waren die Weichen bereits gestellt und auch nach dem Seitenwechsel ließen die Oberberger um den überragenden Simon Schanz zu keinem Zeitpunkt locker. „Wir konnten sogar noch einmal eine Schippe drauflegen“, genoss Seinsche den ersten Sieg gegen ein Spitzenteam in seiner zum Saisonende endenden Ägide. „Endlich haben wir auch diesen Bock umgestoßen und wir sind gewappnet, den letzten fehlenden Punkt noch zu holen“, meinte er weiter. Das kommende Spiel gegen den TuS Niederpleis wird allerdings noch verlegt, da die Rhein-Siegler zum ursprünglich geplanten Termin keine Halle zur Verfügung haben.


Oberwiehl: Simon Schanz (13), Daniel Rischikov (6), Moritz Schramm, Phil Nückel, Jan Bluhm (je 4), Johannes Schneevogt (4/1), Yannic Wollenberg (2), Henrik Bernd (1).

Ergebnisse und Tabelle