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Klause-Erweiterung: Opposition schießt gegen Verwaltung und CDU

Red; 15. Mar 2019, 18:57 Uhr
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Klause-Erweiterung: Opposition schießt gegen Verwaltung und CDU

Red; 15. Mar 2019, 18:57 Uhr
Lindlar - Die Planungsbeschlüsse zu Klause V sind wegen noch erforderlicher Artenschutzprüfungen auf Eis gelegt worden - SPD und Grüne kritisieren Vorgehensweise.
Nach der gestern bekannt gewordenen Verschiebung der Planungsbeschlüsse zur Erweiterung des Industrieparks Klause (siehe Bericht) hat die SPD-Ratsfraktion eine Stellungnahme abgegeben. „Es ist richtig, dass ökologische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle in der Erweiterung des Gewerbegebietes Klause V spielen müssen. Es ist jedoch mehr als erstaunlich, dass die Verwaltung sich kurz vor den geplanten Beratungen im Bau- und Planungsausschuss beziehungsweise im Gemeinderat gezwungen fühlt, aufgrund der Eingaben des NABU ökologischen Aspekten der Erweiterung mehr Aufmerksamkeit einzuräumen zu müssen“, heißt es in einer Mitteilung der Sozialdemokraten.

"Hätte man die Verfahrensweise transparenter gestaltet und im Sinne des von uns schon lang geforderten Dreiklangs die Anwohner und Naturschutzverbände von vorne herein stärker mit eingebunden, hätte man diese ungünstige Verzögerung wahrscheinlich verhindern können", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Scherer.

Das Handeln der Verwaltung unter der Führung von Bürgermeister Dr. Georg Ludwig und der CDU- Mehrheitsfraktion habe nach Meinung der SPD dazu geführt, dass die Entwicklung der Erweiterung des Gewerbegebietes stark verzögert werde. „Genau das wollte die CDU ja mit ihrer extrem resoluten Vorgehensweise verhindern, sie hat aber genau das Gegenteil bewirkt und die Entwicklung auf ein wirtschaftlich und rechtlich gefährliches Eis geführt“, erklärt Scherer weiter. Man habe nicht nur die Bürger und die Naturschutzverbände, sondern „auch noch unbeabsichtigt die lokale Wirtschaft verärgert, mit deren Zeitdruck ja unermüdlich die eigene rigorose Gangart begründet wurde“, sagt der SPD-Fraktionschef abschließend.

Auch die Lindlarer Grünen kritisieren das Prozedere. „Dass die Planer nun schon zum zweiten Mal von ehrenamtlichen Naturschützern auf seltene Tiere hingewiesen werden müssen, die sie eigentlich hätten selber finden müssen, lässt die Zweifel an der Ernsthaftigkeit, mit der die Artenschutzprüfung im Verfahren betrieben wird, wachsen. Die Vertagung um ein halbes Jahr weist darauf hin, dass das Waldgebiet in Klause offenbar ökologisch bedeutend wertvoller ist, als Planer und Verwaltung sagen“, meint Grünen-Fraktionssprecher Patrick Heuwes.