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Ortskernsanierung: Erste Ideen scheinen zu fruchten

ls; 5. Dec 2018, 16:45 Uhr
Bild: Gemeinde Marienheide ---
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Ortskernsanierung: Erste Ideen scheinen zu fruchten

ls; 5. Dec 2018, 16:45 Uhr
Marienheide - Lenkungsgruppe traf sich in Marienheide - Kompromiss in greifbarer Nähe - Kauf des Franz-Dohrmann-Hauses steht bevor.
Von Leif Schmittgen

Es geht doch: Gestern Abend saßen im Rathaus erstmals Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen der Ortskernsanierung im Marienheider Rathaus zusammen, um über die Parkplatzproblematik und in der damit im Zusammenhang stehenden Ortskernsanierung gemeinsam miteinander in Dialog zu treten. „Wer hätte noch im Mai gedacht, dass wir hier gemeinsam Gespräche führen“, wertete Marienheides Bürgermeister Stefan Meisenberg die konstruktive Diskussion der verschiedenen Interessengruppen gestern Abend schon als Erfolg.

Und eine Lösung scheint nach den Vorträgen der Vertreter der Arbeitsgruppen aus Bürgerschaft, Einzelhandel und Grundstückseigentümern tatsächlich möglich. Zwar wird es in der Sitzung des Gemeinderates noch keinen Beschluss zur Antragsstellung des Integrierten Stadt Entwicklungskonzepts (ISEK) geben, aber ein Kompromiss scheint in greifbarer Nähe, so das Ergebnis gestern Abend.

Die Einzelhändler haben aufgrund des laufenden Weihnachtsgeschäfts noch kein Abstimmungsergebnis abgeben können. Ein Stimmungsbild zur Variante 1, bei der eine Zufahrt zum Heierplatz und die Einrichtung einer Fahrbahn über das Gelände mit insgesamt 14 Parktaschen geplant ist, stoße laut des Arbeitsgruppensprechers Max Zebovec aber auf viel Zustimmung. Bei den Bürgern sowie Grundstücks- und Immobilieneigentümern hat man sich bereits festgelegt und votierte bei der Abstimmung mehrheitlich für die Variante „2a“: Darin sollen die Parkplätze am Dr.-Oscar-Kayser Platz erhalten bleiben, die Fläche aber etwas „begrünt“ werden.

 

Der Heier Platz soll demnach künftig als Multifunktionsfläche dienen. Beim Konzept “2a“, dessen Details erst bei Zustimmung aller Parteien ausgearbeitet werden sollen, sollen elf Parkplätze, die von der Hauptstraße aus erreicht werden können, entstehen. Bei Bedarf kann man die Parkflächen an Wochenenden für Veranstaltungen sperren.

Die Variante „2b“, bei der ein zusätzlicher „Schlenker“ auf der Hauptstraße zur Verkehrsberuhigung mit eingeplant ist, scheint wegen zu erwartenden Schwierigkeiten für den Schwerlastverkehr vom Tisch zu sein. Kompromissbereitschaft zeigten nicht nur die Sprecher der drei Interessengruppen, auch die Vertreter der politischen Fraktionen, die den Lenkungskreis komplettieren, willigten zu Gesprächen ein. Alel vorgestellten Konzepte können allerdings nur umgesetzt werden, wenn ein Ergebnis der beauftragten Statikprüfung des Heier Platzes vorliegt (OA berichtete). Sollte die Baumasse der unter dem Platz liegenden Tiefgarage nicht halten, sind die Umbaupläne hinfällig. Der Bürgermeister rechnet frühestens Ende des Jahres mit einem Resultat.

Zwei Dinge spielen allen Beteiligten beim Faktor Zeit in die Hände: Zum einen ist die Frist zur Antragsabgabe von der Bezirksregierung von ursprünglich 31. Dezember auf den 28. Februar 2019 verlegt worden und zum anderen wird, wie berichtet, die Sanierung des Heilteichs vorgezogen um etwaige Änderungen bei der Ortskernsanierung später ergänzen zu können.

Dazu stellte der Bürgermeister gestern erste Maßnahmen vor, wie das Areal künftig gestaltet werden könnte: Zugänge zum Bahn- und Busbahnhof sollen entstehen, die Insel auf dem Teich soll wegen „ungebetener Brutgäste“ entfernt werden und es könnten Tribünen für kleinere Kulturprogramme entstehen. „Massenveranstaltungen, wie das Heilteichfest, können dort allen wegen erheblich gestiegener Sicherheitsauflagen sowieso nicht mehr stattfinden“, schob der Bürgermeister zu hohen Erwartungen für künftige Events einen Riegel vor. Außerdem sollen am Pavillon, der einen neuen Anstrich bekommen soll, Wasseranschlüsse (für zum Beispiel Bierwagen) verlegt werden. Über Beleuchtungsmöglichkeiten habe man laut Meisenberg bereits mit dem Versorger AggerEnergie Gespräche aufgenommen. Die konkreten Pläne zum Thema Heilteich sollen in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Dienstag, 11. Dezember, vorgestellt werden.

Neuigkeiten präsentierte der Bürgermeister auch zum Thema Franz-Dohrmann-Haus: „Die Verhandlungspartner sind sich über den Kaufpreis einig“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Damit die Tinte unter dem Kaufvertrag zwischen Gemeinde und Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) trocken wird, muss nur der Rat in seiner Sitzung am 18. Dezember nur noch seine Zustimmung geben. Zur Höhe des Kaufpreises wollte sich Meisenberg nicht äußern (im Internet wird die Immobilie für 1,5 Millionen Euro angeboten). Haushaltsmittel seien eingebracht - ein Notartermin kurz vor Weihnachten vereinbart worden.

Die bereits vorgestellten Pläne zur möglichen Nutzung (OA berichtete) wurden gestern konkretisiert: So habe das Kreisjugendamt Interesse angemeldet, in Verbindung mit dem geplanten Umzug des Jugendzentrums von der Gesamtschule in das mögliche neue Domizil, sieht das Gemeindeoberhaupt Synergieeffekte. Außerdem könnten laut Bürgermeister Kontakte zum Musikzug hergestellt werden, der Teile des Gebäudes als Probenraum nutzen möchte. Mehrere Kita-Gruppen könnten einziehen und das Außengelände als „Naturkindergarten“ nutzen. Ein örtlicher Pflegeanbieter könnte sich Demenzwohnungen in Teilen des ehemaligen Rüstzeitheims vorstellen. „Erst muss der Kaufvertrag unterschrieben sein, dann planen wir weiter“, sagte Meisenberg abschließend.