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Ein Weihnachtsmärchen zum Lachen und Träumen

ae; 5. Dec 2018, 10:55 Uhr
Bilder: Andrea Eischeid --- Am Ende bekommt das Aschenbrödel ihren Prinzen und die Zuschauer ihr erhofftes Happy End.
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Ein Weihnachtsmärchen zum Lachen und Träumen

ae; 5. Dec 2018, 10:55 Uhr
Gummersbach – Das bekannte Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurde gestern in der Halle 32 als gefühlsbetontes Familienmusical präsentiert – Nicht nur Kinderherzen schlugen höher.
Von Andrea Eischeid

Wer kennt es nicht? Das Weihnachtsmärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Seit der deutsch-tschechische Film 1973 zum ersten Mal zu sehen war, verliebten sich Generationen von begeisterten Zuschauern in die Geschichte und ihre Protagonisten und fieberten mit Aschenbrödel einem Happy End entgegen. Doch bis es so weit ist, muss sich Aschenbrödel gegen ihre böse Stiefmutter wehren, die sie niedere Arbeiten verrichten lässt und grundsätzlich ihre leibliche Tochter bevorzugt. Hiervon konnten sich gestern rund 270 Kinder und Erwachsene in der Halle 32 in Gummersbach überzeugen und mit Aschenbrödel mitfiebern.


[Aschenbrödel muss für die Stiefmutter schwere Arbeiten verrichten.] 

Witzig, spritzig, charmant und liebevoll präsentierten die zwölf Akteure das Märchen auf der Bühne. Die Schauspieler verkörperten mehrere Charaktere und auch die Musiker waren in die Spielhandlung einbezogen und übernahmen kleine Rollen. Es gab für das junge und ältere Publikum viel zu lachen, waren doch auch aktuelle Themen und moderner Sprachgebrauch mit in die Geschichte eingewoben. So war etwa Aschenbrödel von der Stiefmutter „angeätzt“ und forderte den Prinzen mit seinem Gefolge im Wald auf, den eigenen Müll mitzunehmen. Auch stand bei Aschenbrödel die Überlegung im Raum, einfach vor der bösen Stiefmutter wegzulaufen, aber einfach aufgeben und alles hin schmeißen war nicht ihr Ding. Der Prinz wiederum konnte es sich nicht verkneifen, seinen Vater den König mit „Alter“ anzusprechen.   Der Prinz wiederum konnte es sich nicht verkneifen seinen Vater den König mit „Alter“ anzusprechen. Eben ganz „up to date“, auch im Märchen.



Der etwas vergesslichen Stiefmutter fehlte an manchen Stellen das passende Wort, wie etwa „Eure Exzellenz“, das die etwas dümmlich dargestellte Stiefschwester Dorchen dann völlig falsch mit „Eure Ekzeme“ ergänzte – sehr zur Erheiterung des Publikums. Als der König einen Ball zur Brautschau für den Prinzen veranstaltete, fieberte das gesamte Publikum mit Aschenbrödel und hoffte, dass sie es noch irgendwie mithilfe der drei Zaubernüsse und befreundeter Tiere zum Ball am Hof schafft. Zur königlichen Tanzveranstaltung waren zahlreiche Gäste gekommen und der Prinz bedankte sich beim Earl im Publikum mit: „Thank you for travelling mit der Deutschen Bahn“ und hatte natürlich die Lacher auf seiner Seite.
  

[Die Stiefmutter möchte ihre leibliche Tochter mit dem Prinzen verkuppeln und lobt sie beim Königspaar in den höchsten Tönen.]


Bevor es aber ein Happy End gab, musste der Thronfolger erst das passende Mädchen zum verlorenen Schuh finden und das Herz des selbstbewussten Aschenbrödels erobern. Mit detailreich gestaltetem Bühnenbild, das die Schauspieler selbst immer wieder veränderten, sowie wunderschönen Kostümen zeigten die mitreißenden Musicaldarsteller und Musiker einen vorweihnachtlichen Leckerbissen für die ganze Familie.