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Altes Forsthaus in hervorragendem Zustand

nh; 16. Jan 2018, 12:00 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Kay Wegermann (v.l.) und Diethelm Salomon von der Polizeistiftung NRW zeigten Landrat Jochen Hagt und Bürgermeister Peter Koester die Pläne und die Baustelle im alten Forsthaus.
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Altes Forsthaus in hervorragendem Zustand

nh; 16. Jan 2018, 12:00 Uhr
Waldbröl - Die Umbauarbeiten am 116 Jahre alten Forsthaus im Bitzenweg laufen auf Hochtouren - Landrat Jochen Hagt begeistert von der Idee, das Gebäude als Erholungsstätte für Polizisten zu nutzen - Innenminister kommt zur Eröffnung.
Von Nils Hühn

„Wir haben nicht eine feuchte Stelle oder Schimmel gefunden“, ist Max Zielenbach von der Gummersbacher Firma Casa Massiv-Haus GmbH, die für den Umbau des alten Forsthauses im Bitzenweg verantwortlich ist, begeistert von der Bausubstanz des im Jahr 1902 erbauten Gebäudes. Auch die Holzböden und Türrahmen sind in einem sehr guten Zustand, weshalb der Boden mit einer speziellen Folie abgedeckt wurde. „Wir wollen zu viel erhalten, wie möglich“, so Zielenbach. Auch wenn das 116 Jahre alte Bauwerk gut in Schuss ist, wartet viel Arbeit auf die Handwerker. Schätzungsweise ein Jahr wird der Umbau dauern.

Zur Eröffnung, die frühestens im kommenden November gefeiert wird, hat sich schon Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul angekündigt. Gestern inspizierten Landrat Jochen Hagt und Bürgermeister Peter Koester die Baustelle, auf der seit zwei Monaten gearbeitet wird. Die ersten Wände sind herausgebrochen und neue müssen eingezogen werden, denn in dem ehemaligen Forsthaus, in dem bis 2014 für eineinhalb Jahre die Waldbröler Polizeiwache provisorisch unterkam, soll das Stiftungshaus der Polizei-Stiftung NRW entstehen, wo in Zukunft Polizisten nach schwer belastenden Ereignissen eine Zeit lang Ruhe finden können (OA berichtete). Dafür müssen vier separate Wohneinheiten geschaffen werden, die jeweils über ein eigenes Bad und eine Küchenzeile verfügen.


[Die Gäste des Stiftungshauses können den Ausblick über Waldbröl genießen.]

„Für ein bis zwei Wochen sollen sich hier Kollegen nach traumatischen Ereignissen ausruhen können“, erklärt Diethelm Salomon vom Stiftungsvorstand. Dies kann auch mit der Familie geschehen. Jeweils zwei Apartments pro Etage werden geschaffen. Im Keller wird zudem ein Wellness- und Fitnessbereich und ein Spielzimmer für Kinder entstehen. Auch der Außenbereich wird kindgerecht gestaltet. Zudem wird eine Grillkota gebaut. „Dies ist ein sechs- bis achteckiges Gebäude mit Spitzdach und Sitzgelegenheiten, in dessen Mitte ein offener Grill steht“, erklärt Kay Wegermann, der ebenfalls im Stiftungsvorstand ist und als ehemaliger Waldbröler Polizist die Kontakte herstellte.

Aber nicht nur Polizisten aus Nordrhein-Westfalen könnten das teilweise behindertengerechte Stiftungshaus zur Erholung nutzen, sondern auch Beamten aus der gesamten Bundesrepublik. Auch andere Personen aus dem „Blaulichtbereich“ könnten hier einkehren, erklärte Salomon. „Am liebsten wäre uns aber, wenn das Haus leer bliebe“, so Salomon weiter, aber dies ist frommer Wunsch, denn immer wieder verletzten sich Polizisten und kommen in Situationen, nach denen sie ärztliche Behandlung benötigen. Es wird auch Seminarraum gebaut, sodass bis zu zehn Personen das Forsthaus für mehrtägige Tagungen nutzen könnten. Gespräche mit einer Waldbrölerin für eine Betreuung der Gäste fanden bereits statt.

„Die Kreispolizeibehörde wird sie in jeglicher Form unterstützen“, versprach Landrat Hagt und fügte hinzu: „Mit dem Standort in Waldbröl haben sie die richtige Wahl getroffen.“ Auch Bürgermeister Koester freute sich darüber, dass die Wahl auf seine Stadt fiel. „Waldbröl ist ein guter Ort, um Energie aufzuladen. Wir haben viele touristische Angebote.“ Für den Kauf der Immobilie vom Land Nordrhein-Westfalen und den Umbau investiert die Polizeistiftung einen Betrag jenseits der 500.000 €-Grenze. Die Kosten für den Aufenthalt im Stiftungshaus übernimmt der Träger ebenfalls.