Archiv

50 Jahre für die Werte der Freiheit gekämpft

bv; 10. Sep 2017, 17:40 Uhr
Bilder: Bernd Vorländer --- Waren zu Gast beim Jubiläum: (v. li.) Oberbergs FDP-Chef Jörg Kloppenburg, Landtagsvizepräsidentin Angela Freymuth, Landrat Jochen Hagt, der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp sowie Akademieleiter Klaus Füßmann.
ARCHIV

50 Jahre für die Werte der Freiheit gekämpft

bv; 10. Sep 2017, 17:40 Uhr
Gummersbach - Die Theodor-Heuss-Akademie feierte ihr Jubiläum mit vielen Gästen aus ganz Nordrhein-Westfalen und einem bunten Sommerfest.
Von Bernd Vorländer

Dass Akademie-Leiter Klaus Füßmann heute jede Menge prominente und weniger prominente Gäste auf dem Niederseßmarer "Zauberberg" begrüßen konnte, war alles andere als selbstverständlich. Schließlich stand die Theodor-Heuss-Akademie immer mal wieder zur Disposition. Sich für die politische Bildung, für die Vermittlung freiheitlicher Werte und die Grundlage von Demokratie einzusetzen, über die richtigen Wege zu streiten und eine Disputation im bestverstandenen Sinne zu führen ist das eine, einen Akademiebetrieb zu finanzieren eben das andere. Doch zum Äußersten, zur Schließung kam es eben nie.


[Der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp bezeichnete die Akadmie als "Hort qualifizierter politischer Bildung".]

So ist die Akademie auch heute noch ein Ort, an dem Demokratie gelebt wird. Rund 400.000 Gäste konnten im vergangenen halben Jahrhundert über viele einzelne gesellschaftliche Themen diskutieren, zahlreiche Referenten fachbezogene Bildungsarbeit leisten. Auch der stellvertretende Ministerpräsident und NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) war vor Jahren als Dozent in der Heuss-Akademie tätig. Er machte als Gast der heutigen Veranstaltung deutlich, wie wichtig die Einrichtung in Gummersbach als "Hort der qualifizierten politischen Bildung" sei.


Der FDP als Regierungspartei sei es in der Koalition mit den Christdemokraten darauf angekommen, auf Ministerien einwirken zu können, die sich mit der Bildung und damit der Zukunft des Landes befassten. Seine Partei habe nicht nur den "Irrsinn" der Förderschulschließungen beendet, sondern werde in Zukunft auch darauf achten, dass bei den schulischen Abschlüssen das Abitur nicht übertrieben gewertschätzt werde. "Eine "Überakademisierung der Gesellschaft ist nämlich auch nicht vernünftig", so Stamp. Nach der Amtsübernahme der schwarz-gelben Koalition habe man zudem festgestellt, dass die Vorgängerregierung ihre Kein-Kind-Zurücklassen-Politik nicht auf solide Beine gestellt habe. "Das waren alles nur hohle Phrasen", so Stamp. Viele Kitas im Land seien chronisch unterfinanziert gewesen, das habe man nun geändert.

Die zahlreichen Gäste wurden unterhalten von musikalischen Einlagen, erlebten einen Graffiti-Künstler wie eine Rettungsübung der Feuerwehr Niederseßmar und füllten den Nachmittag mit vielen Gesprächen.