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Diskussion beendet: Grünes Licht für Waldparcours

fj; 13. Jul 2017, 13:00 Uhr
Archivbild: Waldparcours in Ehreshoven.
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Diskussion beendet: Grünes Licht für Waldparcours

fj; 13. Jul 2017, 13:00 Uhr
Engelskirchen – Nach über drei Jahren Diskussion und zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen hat die Debatte um die Fahrzeugstrecke im Ehreshovener Wald nun ein Ende: Gegen die Stimmen der Grünen und Linke gab der Rat grünes Licht.
Seit 2013 sorgt das Thema „Fahrzeugschulungsstrecke Ehreshoven“ immer wieder für Diskussionen in den politischen Gremien in Engelskirchen, so auch in der gestrigen Ratssitzung. Nun aber wohl zum letzten Mal: Nach zwei Offenlagen und hitzigen Wortgefechten hat der Rat, wenig überraschend, für die Etablierung der Strecke grünes Licht gegeben, indem Bebauungs- und Flächenplan entsprechend geändert wurden.

Seit Eintritt in die Diskussion wehrten sich die Grünen vehement gegen die Legalisierung des Waldparcours, unterstützt vom Naturschutzbund (NABU) Oberberg. Daran änderte sich bis zuletzt nichts: Auch gestern forderte Friedrich Meyer für den NABU, das Bauleitverfahren nicht weiter zu verfolgen. „Wir bekämpfen das Projekt vor allem, weil hier Propaganda für PS-starke Geländewagen gemacht wird, die sich in unserer Gesellschaft wie eine Seuche ausgebreitet und wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Energiewende im Verkehrsbereich nicht funktioniert“, kritisierte Meyer insbesondere, dass auch Testfahrten für die Industrie auf dem Parcours stattfinden.



Nachdem die Fraktionen mit Ausnahme der Grünen und Linken den Antrag abgelehnt haben, warf Helmut Schäfer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, den Ratsmitgliedern vor, Einwände gegen die Strecke zu ignorieren, statt zu diskutieren. Bei dieser Aussage riss nicht nur einem Ratsmitglied der Geduldsfaden: „Wir haben das Thema bis zum Erbrechen diskutiert. Die Diskussionsdauer steht in keinem Verhältnis zu der geringen Menge an CO2-Austoß, um die es hier geht“, fand SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Schuchardt ebenso klare Worte wie ihr Gegenüber von der CDU, Marcus Dräger. „Sie gehen mit einer Penetranz gegen einen Waldparcours vor, der Besucher nach Engelskirchen lockt, die hier übernachten, Restaurants besuchen und einkaufen. Das vergessen sie in der gebetsmühlenhaften Wiederholung ihrer Argumente genauso wie die Tatsache, dass auch die Polizei, die Feuerwehr, der Zoll und weitere die Strecke für Schulungszwecke nutzen.“

Auch der breite Protest aus der Bürgerschaft, den Schäfer prophezeit hat, sei ausgeblieben, so Dräger: So liegt zwar eine Liste mit 154 Unterschriften gegen die Etablierung der Strecke vor, doch die Unterzeichner stammen aus ganz Deutschland – was die Vermutung nahe legen würde, dass die Unterzeichner den Grünen nahestehen. So hitzig wie die Diskussion einst begonnen hatte, endete sie nun also auch. SPD, CDU, FDP und UWG stimmten für die Änderung des Bebauungs- und Flächenplans und gaben somit grünes Licht für den Parcours, Grüne und Linke stimmten dagegen, Bürgermeister Karthaus enthielt sich. Im Ratssaal hat die Diskussion somit ein Ende gefunden. Vor dem Rathaus wurde sie von Angehörigen des Stifts Ehreshoven und des NABU indes weitergeführt.

Rückblick:

Nachdem Spieler des FC Schalke auf dem Parcours unterwegs waren und darüber berichtet wurde beendete der Kreis als Untere Landschaftsbehörde den Fahrbetrieb per Unterlassungsverfügung. Die vorliegende Genehmigung des Forstamts reiche nicht aus, um auf der 3,5 Kilometer langen Strecke im Ehreshovener Wald weitere Fahrten anzubieten. Stattdessen forderte der Kreis eine Bauleitplanung der Gemeinde. Die Öffentlichkeitsbeteiligung der Bauleitpläne musste aufgrund eines Formfehlers wiederholt werden, erst gestern konnte der letztendliche Beschluss gefasst werden.

Kommentar: Über das Ziel hinausgeschossen