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Ein Stück Normalität für Marius und seine Familie

fj; 18. Apr 2016, 12:53 Uhr
Bilder: privat --- Marius aus Wiehl ist 13 Jahre alt, seine körperlichen und geistigen Einschränkungen sind Folge einer Sauerstoff-Unterversorgung.
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Ein Stück Normalität für Marius und seine Familie

fj; 18. Apr 2016, 12:53 Uhr
Wiehl – Der 13-jährige Marius kann nicht laufen und ist darum auf einen Rollstuhl angewiesen – Damit seine alleinerziehende Mutter den Jungen mit dem Auto mitnehmen kann, wird ein behindertengerechter Wagen gebraucht.
Wenn es Marius ab und an schafft, etwas von einem Löffel zu essen, dann am liebsten Schokopudding. Ansonsten wird der 13-jährige Wiehler über eine Sonde ernährt. Er hat die Pflegestufe III und kann weder laufen, noch sprechen oder schreiben. Die körperlichen und geistigen Einschränkungen des Jungen sind die Folgen einer Unterversorgung mit Sauerstoff bei der Geburt. Marius wurde mit einem Notkaiserschnitt auf die Welt geholt, als es für ihn fast schon zu spät war.

Heute lebt der 13-Jährige gemeinsam mit seiner Mutter und seinem zehnjährigen Bruder Benjamin unter einem Dach. Über seine Mimik drückt er aus, wie es ihm geht. Wenn es ihm nicht so gut geht, muss seine Mutter ihn oft früher von der Hugo-Kückel-Haus-Schule für körperliche und motorische Entwicklung in Wiehl-Oberbantenberg abholen. Dann muss sie den rund 30 Kilogramm schweren Jungen vom Rollstuhl ins Auto heben und den Rollstuhl in den Kofferraum verfrachten. Eine große Anstrengung für die alleinerziehende Mutter.
 
[Marius mit Mutter Anette und Bruder Benjamin.]

Das Auto der kleinen Familie war noch nie behindertengerecht. Doch nun ist es auch noch in die Jahre gekommen. Ein neues muss her, doch diese Anschaffung kann die Frau, die keiner geregelten Arbeit nachgehen kann, weil sie sich alleine um ihre Kinder kümmert, nicht stemmen. So wandte sie sich an Bettina Hühn, Initiatorin des Projekts „Hilfe für Nick & Co. – Helfende Hände Oberberg“ und Geschäftsführerin der Ursula-Barth-Stiftung in Waldbröl  – denn helfende Hände werden dringend gebraucht.



„Marius Mutter ist eine starke Frau. Sie weiß, dass auch ihr gesundes Kind und sie selbst nicht zu kurz kommen dürfen und organisiert immer mal wieder Aufenthalte in einer Kurzzeitpflege für Marius. Viele andere Eltern müssen dies erst mühsam lernen. Doch jetzt ist auch diese starke Frau an einem Punkt, an dem sie Hilfe braucht.“ Denn ein behindertengerechtes Auto mit Rampe anzuschaffen, übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der kleinen Familie bei Weitem.


[Marius hört gerne Hörspiele, ist gerne unter Menschen und freut sich immer über Gesellschaft und Spaziergänge mit seinem Hund.]
  
Schon lange hat Marius seine Großeltern, seine Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins nicht mehr gesehen. Die 300 Kilometer lange Fahrt ohne behindertengerechtes Auto mit Rollstuhlrampe schafft Marius Mutter nicht mehr alleine. Auch wenn Marius wieder intravenös Antibiotika bekommen und ins Krankenhaus muss, muss seine Mutter um Hilfe bitten, da sie ihn und den schweren Rollstuhl nicht alleine in das Auto buxiert bekommt. Damit dies ein Ende hat und Marius und seine Familie ein Stück Freiheit zurückbekommen, möchte Hühn bei der Finanzierung des Autos helfen.

So strebt sie beispielsweise ein Crowdfunding-Projekt bei der Volksbank Oberberg an und führt bereits Gespräche mit dem Autohaus Halstenbach. Aber auch Spenden aus der Bevölkerung sind erwünscht und werden dringend gebraucht. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir über diesen Weg empathische, interessierte Menschen finden können, die sich einen Ruck geben und uns zu unserer Anschaffung eines rollstuhlgerechten Autos noch etwas dazu spenden können“, hofft auch Maris Mutter, dass sie mit ihren Söhnen bald wieder ohne rückenschädliche Kraftakte auf Tour gehen kann.

Spenden gehen an:

Ursula-Barth-Stiftung
Deutsche Bank Köln
IBAN: DE04 3707 0060 0100 2500 00
BIC: DEUTDEDKXXX