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Michel - ein Hund für alle Fälle

so; 25. Aug 2015, 14:45 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Der sechs Monate alte Belgische Schäferhund Michel soll innerhalb der nächsten Monate zum Schutzhund ausgebildet werden.
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Michel - ein Hund für alle Fälle

so; 25. Aug 2015, 14:45 Uhr
Oberberg - Nachwuchs bei der Polizei: Heute Vormittag stellte Hundeführer Sven Larfeld den knapp sechs Monate alten Michel vor - Der Rüde wird zum Personenspürhund der Polizeibehörde des Oberbergischen Kreises ausgebildet.
Von Sarah Openkowski

Schon bei der Ankunft hörte man ein lautes Gebell aus dem Polizeiwagen, mit dem Michel auf sich aufmerksam machte. Als die Tür aufging und Hundeführer Sven Larfeld die Leine in die Hand nahm, war klar: Michel ist keine „Schlaftablette“. Stürmisch wollte der Belgische Schäferhund gleich alles beschnuppern und am liebsten mit „Rudelführer“ Sven Larfeld oder anderen Hunden auf der Wiese toben. Doch spätestens bei der Prüfung zum Schutzhund wird es für den Kleinen Ernst. Anschließend soll Michel der neue Personenspürhund, ein sogenannter „Mantrailer“, für die Polizei im Oberbergsichen Kreis werden. Durch einen eigenen, für die Personensuche ausgebildeten Hund, möchte man vermeiden, im Ernstfall Hunde aus einer Nachbarbehörde anzufordern.
  

[Hundeführer Sven Larfeld und Michel bilden bereits jetzt ein dynamisches Duo.]

Michels Hauptaufgabe wird in seiner Dienstzeit dann die offene Präsenz sein. Zusammen mit seinem Team zeigt er sich an Orten, an denen ein hohes Sicherheitsbedürfnis besteht. Auch begleitet er seinen Partner Sven Larfeld beim normalen Schutzhundedienst zur Abend- und Nachtstunde. Michel soll am Ende seiner Ausbildung beispielsweise Einbrecher aufspüren und stellen können. Auch soll er die Spur von Vermissten noch Tage nach ihrem Verschwinden wittern können und die Polizei so bei der Suche unterstützen. Gemeinsam mit Hündin Nike und Polizeihund-Oldie Laika lebt Michel bei Hundeführer Larfeld. Der 39-Jährige arbeitet bereits seit sechs Jahren als Hundeführer bei der Polizei und für ihn ist Michel der dritte Hund.

2009 absolvierte er eine 70-tägige Ausbildung zum Hundeführer und ist seitdem mit Spaß und Engagement bei der Sache. Mit Michel wird er in Zukunft ein Team bilden. „Es gibt sehr strenge Auswahlkriterien bei den Hunden. Man muss sich zu 100 Prozent auf den Hund verlassen können. Da geht es nicht nur um meine eigene Gesundheit, sondern auch um die der Kollegen“, erläuterte der Polizist. Die Hunde sind eng an den Partner gebunden. Jedes Jahr legt das Gespann gemeinsam eine Prüfung ab, bei der sich sowohl Mensch, als auch Hund beweisen müssen.


[Kreisdirektor Jochen Hagt (links) begrüßte den künftigen Polizeihund Michel.]

Auf einer Wiese präsentierte Michel stolz, was er mit seinen knapp sechs Monaten schon alles kann. „In der Ausbildung läuft alles übers Spielen. Für den Hund bedeutet Arbeit gleich Spiel“, erklärte Larfeld. Deswegen eignen sich besonders Belgische Schäferhunde für die Arbeit mit der Polizei. Sie seien besonders spritzig und engagiert. Dieser Spieltrieb war bei Michel nicht zu übersehen. Er tollte auf der Wiese, apportierte freudig und hörte auf die Grundkommandos wie Sitz und Platz. Noch befindet sich Michel in der bis zu zweijährigen Grundausbildung. Erst danach wird er weiter spezialisiert. Trotz alledem wird der Spaß bei Michel nicht zu kurz kommen. Zeit zum Toben und Raufen wird sich sicherlich immer finden.