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Staunende Kinderaugen und klare Worte beim Feuerwehrtag

mkj; 11. May 2015, 13:53 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Schlüsselübergabe des neuen MTF von Bürgermeister Wilfried Holberg (li.) über den Wehrführer Michael Stricker (re.) an den Löschzugführer des Löschzuges Kleinwiedenest, Brandoberinspektor Arno Röttger.
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Staunende Kinderaugen und klare Worte beim Feuerwehrtag

mkj; 11. May 2015, 13:53 Uhr
Bergneustadt – Neustädter Wehr wirbt für Nachwuchs beim „Tag der Feuerwehr“ auf dem Rathausplatz und stellt ein neues Mannschaftstransportfahrzeug offiziell in den Dienst.
Anlässlich des 714. Bergneustädter Stadtgeburtstages feierte gestern die Neustädter Wehr auf dem Rathausplatz einen „Tag der Feuerwehr“. Dieser Tag diente neben der Vorstellung eines neuen Mannschaftstransportfahrzeuges (MTF) und der Demonstration der Leistungs- und Einsatzfähigkeit der Feuerwehr vor allem der Mitgliederwerbung. Dafür opferten 240 Feuerwehrkameraden einen ganzen Sonntag ihrer Freizeit. „Lernen Sie uns kennen, wir brauchen Ihre Unterstützung. Jeder ist herzlich willkommen und wird dringend benötigt“, so Michael Stricker, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir haben große Nachwuchsprobleme und ich möchte hier den Aufruf starten, mehr Werbung in der Bevölkerung für das Thema Feuerwehr zu machen. Denn die Zukunft bereitet uns sehr große Sorgen.“


[So sieht es aus, wenn sich heißes Fett in einer Stichflamme entzündet - Da staunten vor allem die Kinder.]
  
In diesem Zusammenhang stelle der Leiter der Neustädter Feuerwehr ein neues Projekt vor, das auch aus dem Feuerwehr-Ehrenamt entstanden ist: Im kommenden August wird eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen, in der das Thema Feuerwehr kindhaft darlegt werden soll.
   

[Die Feuerwehr musste das Autodach abschneiden, um den Verletzten aus dem Fahrzeug zu retten.]

Am Vormittag wurde offiziell ein neues MTF an den Löschzug Kleinwiedenest übergeben. Dieses kostete 55.000 €, wobei der Förderverein einen Teil der Summe beisteuerte. Dafür bedankte sich Stricker bei den Neustädter Bürgern, die dies mit ihren Spenden ermöglicht haben. „Meine Verwaltung und ich werden alles machen, dass ihr bestmöglich ausgerüstet seid, für dass, was ihr für uns bereithaltet“, dankte Bürgermeister Wilfried Holberg den Feuerwehrkameraden. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten sollt ihr das Beste bekommen, was zu kriegen ist, damit es euch nach dem Einsatz so gut geht wie vorher.“




[Wilfried Holberg appelliert an alle Bevölkerungsgruppen, sich am Ehrenamt Feuerwehr zu beteiligen.]

Überhaupt nahm der Neustädter Rathauschef die Veranstaltung zum Anlass, um ein paar klare Worte an alle Bergneustädter zu richten. „Dass wir zu so ungewöhnlichen Maßnahmen greifen müssen, um für dieses Ehrenamt zu werben, tut ein bisschen weh und ist traurig“, so Holberg. Dass der Job der Feuerwehr, der Job aller Bürger und jeder Bevölkerungsgruppe ist, sei dabei im Bewusstsein der Menschen noch nicht ganz angekommen. „Wenn die ersten zwei, drei jungen Menschen aus der türkischen Bevölkerung bei unserer Feuerwehr ankommen, dann ist der Faden gerissen. Was ich dazu tun kann, werde ich dazu tun“, erklärte der Bürgermeister. Schon beim Frühlingsfest des Moscheevereins Bergneustadt am 1. Mai nutzen der Bürgermeister und die Wehrführung den Anlass, um für die Freiwillige Feuerwehr zu werben. Dort fand auf dem Festgelände eine große Vorführung statt, die auf großes Interesse auch bei den türkischen Jugendlichen stieß. „Um den Personalbestand der Feuerwehr nachhaltig sichern zu können, ist es wichtig, auch aus dem großen migrationsgestützten Teil der Bevölkerung Teilnehmer für diesem Ehrenamtsdienst zu gewinnen“, waren dort schon die klaren Worte des Bürgermeisters  


[Die Kinder fanden den Umgang mit der Feuerwehrschlauch-Spritze „spitze“.]

Auch am gestrigen Tag der Feuerwehr hielten die Neustädter Floriansjünger wieder viele Informationen für die Gäste bereit. So konnte der Besucher eine große Fahrzeugausstellung bewundern und es wurden zwei Showübungen gestaltet, bei denen großer Andrang herrschte. Bei einer der Übungen wurde am Mittag ein Verkehrsunfall simuliert, bei dem eine Person aus dem verunfallten Auto gerettet werden musste. Am Nachmittag wurde eine Brandeinsatzübung am Rathaus mit Drehleiter und einem Atemschutztrupp simuliert und ein Sprungpolster vorgeführt, mit dem Personen aus brennenden Gebäuden gerettet werden können. Dazu wurde unter großem Staunen der Zuschauer eine Puppe aus einem Fenster des zweiten Stocks des Rathauses gestoßen. Ferner war eine Feuerlösch-Übungsanlage aufgebaut, an der sich vor allem die Kinder mit Freude am Löschen beteiligten.