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Milchbauern erwarten lange Preiskrise

db; 10. Dec 2014, 13:31 Uhr
Bild: Daniel Beer --- BDM-Vorsitzender Romuald Schaber, Landtagsabgeordneter Dr. Roland Adelmann, Landrat Hagen Jobi und BDM-Beiratsmitglied Michael Braun.
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Milchbauern erwarten lange Preiskrise

db; 10. Dec 2014, 13:31 Uhr
Oberberg/Lindlar – Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hat die oberbergischen Bauern über die zu befürchtenden Entwicklungen auf dem Milchmarkt informiert – An der Misere haben die Milchbauern eine Mitschuld.
Der Milchpreis befindet sich seit Monaten auf Talfahrt – schon wieder. Die Gründe dafür und geplante Gegenmaßnahmen erläuterte gestern Abend der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter Romuald Schaber bei einer Regionalkonferenz, die der BDM derzeit bundesweit durchführt.



Im Gasthaus Burger in Linde sprach Schaber vor rund 30 Zuhörern und erklärte die aktuelle Misere: Demnach ist die Überproduktion der Bauern ein Grund für die fallenden Preise auf bis zu unter 30 Cent pro Kilo seit Beginn des Jahres. Schimpfen auf die Discounter nütze nichts. „Es wird einfach am Markt vorbeiproduziert“, sagte Schaber. Nur wenige Bauern würden sich trauen, die eigene Produktion zurückzufahren, denn die Angst sei da, dass dann einfach der Nachbarbauer mehr Milch liefert.

Und die Situation droht sich weiter zu verschärfen. Am 1. April kommenden Jahres läuft die sogenannte Milchquotenregulierung aus, was einen weiteren Anstieg der Produktionsmengen bedeuten könnte. „Wir befürchten eine längere Milchpreiskrise als 2009“, so Schaber. Scharfe Worte fand er für die Politik auf EU und Bundesebene, die auf das vom BDM vorgeschlagene Krisenmanagement nicht reagiere.

Mit einem bundesweiten Molkereiaktionstag am 17. Dezember will der BDM auf die Situation aufmerksam machen und Forderungen an alle deutschen Molkereiunternehmen stellen. Weitere Aktionen sind für das kommende Jahr geplant.

„Mut und Zuversicht“ wünschte Landrat Hagen Jobi den Milchbauern in seinem Grußwort. Als Landrat könne er leider nicht direkt helfen, denn „die Weichen werden in Berlin und Brüssel gestellt“. Deshalb sei es wichtig, die Bürger für die Situation der Bauern zu sensibilisieren. Im Oberbergischen Kreis funktioniere die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Politik gut, so Jobi. Unter den Zuhörern war auch der Landtagsabgeordnete Dr. Roland Adelmann.

Mit der Eigenvermarktung der „Fairen Milch“ wollen die Bauern selbst für bessere Erlöse sorgen. BDM-Beiratsmitglied Michael Braun stellte das Projekt vor. Die Bauern verpflichten sich dabei bestimmten Kriterien, etwa dem Verzicht auf Gentechnik. Das Hauptaugenmerk liegt auf einem kostendeckenden Milchpreis.