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Joker-Duo setzt Nümbrecht schachmatt

lo; 9. Mar 2014, 21:29 Uhr
Bild: Oliver Müller --- Jonas Stiefelhagen mit dem Siegtreffer für Frielingsdorf.
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Joker-Duo setzt Nümbrecht schachmatt

lo; 9. Mar 2014, 21:29 Uhr
Oberberg - Dank später Treffer biegt der SVF das Derby gegen den SSV um - Wiehl verliert Spitzenspiel unglücklich - Costantino-Premiere misslungen - Althoff sichert schmeichelhaften VfR-Sieg - Neustadt kassiert höchste Saisonpleite und zwei Rote Karten - 'ONI-Wärmetrafo GmbH' präsentiert die Bezirksliga (AKTUALISIERT).
SV Frielingsdorf - SSV Homburg-Nümbrecht 2:1 (0:1).

Verpatzter Einstand für Maik Alzer: Ausgerechnet bei seinem Ex-Klub verlor der SSV Homburg-Nümbrecht mit 1:2 und muss sich nun endgültig mit dem Thema Abstiegskampf auseinandersetzen. Bis zur 82. Minute lagen die Blau-Gelben in Führung, dann schlug der SVF zweimal zu. „Dieses Spiel dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben“, ärgerte sich Alzer und fügte hinzu: „Jetzt sind wir unten dabei. Es ist ganz entscheidend, dass wir in den nächsten Wochen punkten.“  Aus Sicht der Gäste lief der Start perfekt: Robert Arnds wurde auf der rechten Seite bedient und fand mit seinem Zuspiel Julian Balthes, der Timo Braun keine Abwehrchance ließ – nur 120 Sekunden hatte es bis zum ersten Einschlag im SVF-Tor gedauert.


[Guter Auftritt beim ersten Mal im SVF-Trikot: Tristan Wolf.]

Die Hausherren hatten auch in der Folge Zuordnungsprobleme: Julian Schwarz, der kurz darauf wegen Rückenproblemen runter musste, tauchte nach einem zunächst abgewehrten Freistoß sträflich frei im Strafraum auf, war aber offenbar überrascht und setzte den Ball am Ziel vorbei (6.). Frielingsdorf stellte die SSV-Abwehr kaum vor Herausforderungen. Nur einmal ging es schnell: Tim Geisler stecke auf Philipp Schmidt durch, doch der Youngster traf die Kugel nicht richtig (29.). Die große Chance zum 0:2 besaß Marvin Jungjohann, nachdem der SVF auf der linken Abwehrseite zum wiederholten Male nicht im Bilde war – Braun rettete per Fußabwehr (29.).



Die beste Gelegenheit der Köhler-Truppe resultierte aus einem Zufallprodukt: Eine verunglückte Flanke von Peter Schnickmann landete am Pfosten (35.). In der 40. Minute hatte Tristan Wolf freie Bahn, doch sein Versuch, Dennis Kulisch mit einem Heber zu überwinden, mündete in einem harmlosen Schüsschen (40.). Auch Schnickmann, der ans Außennetz schoss, hätte aus der Situation mehr machen können (50.). In der nächsten Szene hatten die Frielingsdorfer großes Glück: Dennis Kania ließ Geisler stehen und überwand Braun, jedoch bekam Johannes Kisseler den Fuß dazwischen und klärte den Ball unter Zuhilfenahme des Pfostens zur Ecke (56.).


[Maik Alzer (re.) musste bei seiner Pflichtspielpremiere im "alten Wohnzimmer" eine Niederlage einstecken.]

Dann brachte Köhler Jonas Stiefelhagen und Dennis Lüdenbach - und wechselte damit den Sieg ein. Nur Sekunden später scheiterte Stiefelhagen an Kulisch (60.), womit er ein Signal an den Rest der Mannschaft sendete, dass die Partie noch nicht gelaufen ist. Die Schlussphase war turbulent: Kulisch ließ eine Flanke durch die Finger gleiten, Rudi Giebler setzte nach und traf mit seinem Schuss den Arm von Alexander Epstein. Der Unparteiische wertete dies als absichtliches Handspiel und entschied auf Elfmeter sowie Rot. „Alex hatte den Arm angelegt. Das war eine fragwürdige Auslegung“, so Alzer über den Pfiff. Daniel Buchmüller erzielte das 1:1, bevor das Joker-Duo den SSV ins Tal der Tränen stürzte: Lüdenbach erlief einen eigentlich zu lang geratenen Pass und legte perfekt für Stiefelhagen auf.

Sebastian Schwarz scheiterte mit einem Freistoß an Braun (90.). „In der Nachspielzeit hat uns der Schiedsrichter noch einen klaren Elfmeter verweigert“, sagte ein enttäuschter Alzer. Dagegen herrschte bei seinem Gegenüber Ralph Köhler Hochstimmung. „Wir haben den Sieg mehr gewollt, waren in der zweiten Halbzeit giftiger. Meiner Meinung nach hat der Gegner den Vorsprung in der zweiten Halbzeit zu sehr verwaltet. Die drei Punkte waren unheimlich wichtig“, freute er sich nach dem ersten Heimsieg der Saison.          

Torschützen
0:1 Julian Balthes (2. Robert Arnds), 1:1 Daniel Buchmüller (82. Handelfmeter), 2:1 Jonas Stiefelhagen (84. Dennis Lüdenbach).

Besonderes Vorkommnis
Rote Karte gegen den Nümbrechter Alexander Epstein (81. absichtliches Handspiel).   

SV Frielingsdorf
Timo Braun; Tim Geisler, David Frielingsdorf (67. Dennis Lüdenbach), Johannes Kisseler, Christian Metten, Rudi Giebler, Daniel Buchmüller, Tristan Wolf, Philipp Schmidt, Peter Schnickmann (59. Jonas Stiefelhagen), Bogdan Spasic (69. Stefan Radermacher).

SSV Homburg-Nümbrecht
Dennis Kulisch; Julian Balthes, Alexander Epstein, Michel Hock, Sebastian Schwarz, Julian Schwarz (10. Florian Heikaus), Jonas Wagner, Robert Arnds, Dennis Kania (70. Kilian Seinsche), Marvin Jungjohann (73. Christian Rüttgers), Dennis Lepperhoff.


[Philipp Schmidt ist vor Florian Heikaus am Ball.]

FV Wiehl – SV Schlebusch 1:2 (0:1).

Seit anderthalb Jahren war der FV Wiehl auf eigenem Platz ungeschlagen, jetzt hat es den Aufsteiger erwischt. Der SV Schlebusch entschied das Gipfeltreffen mit 2:1 für sich. „Es war ein offener Schlagabtausch. Die Unterschiede waren winzig“, sagte Trainer Ingo Kippels, der eine mutige Startphase seiner Mannschaft sah: Moussa Hombach verpasste eine Flanke von Radion Miller nur um Zentimeter (5.). Wenig später stand Torwart Arthur Kampka im Mittelpunkt: Nachdem er einen Eckball über die Latte gelenkt hatte (10.), musste er bei einem Freistoß sein gesamtes Können aufbieten, um die Kugel um den Pfosten zu lenken (11.). Ein Sekundenschlaf der Wiehler nach schnellem Umschalten des SVS ermöglichte diesem das 0:1. Christian Prinz und erneut Hombach hatten den Ausgleich auf dem Fuß, allerdings blieb auch der Spitzenreiter immer gefährlich (32.).

In der 37. Minute verfielen die Zuschauer in Ekstase, als Jonathan Noß das vermeintliche 1:1 erzielte. Doch der Referee hatte zum Entsetzen der Gastgeber eine Abseitsstellung erkannt. „Eine kuriose Entscheidung“, befand Kippels. In einem sehr intensiven Spiel ging es auch in der zweiten Hälfte hin und her: Der eingewechselte Kevin Derksen verpasste das Gehäuse nur knapp (51.), im direkten Gegenzug musste erneut Kampka zupacken. Dann bugsierte ein Schlebuscher eine scharfe Hereingabe Derksens ins eigene Tor. Bitter: Unmittelbar vor dem 1:2 wurde der knapp im Abseits stehende Alexander Küsters zurückgepfiffen. Der SV leitete sofort einen Konter ein, an dessen Ende ein Schuss durch Radion Miller unhaltbar abgefälscht wurde und im Zeitlupentempo ins Netz trudelte. „Wir haben danach noch einmal alles versucht, aber Schlebusch hat clever verteidigt. Insgesamt waren wir auf Augenhöhe und hätten einen Punkt verdient gehabt“, resümierte Kippels.               

Tore
0:1 (19.), 1:1 (63. Eigentor), 1:2 (76.).

FV Wiehl
Arthur Kampka; Radion Miller, Jonathan Noß, Dominik Knotte, Waldemar Kilb, Max Jeschonnek, Markus Mancarella (46. Kevin Derksen), Olcay Sen, Christian Prinz (77. Luca Dwertmann), Moussa Hombach, Markus Möller (69. Alexander Küsters).



[Ralph Köhler durfte am Ende drei Zähler auf dem Zettel notieren.]

TuS Homburg-Bröltal – TV Herkenrath 1:3 (1:1).

Die Premiere des neuen THB-Trainers Daniel Costantino ging gründlich daneben. Der TV Herkenrath entführte vom Grötzenberg drei Zähler und zog mit dem Zweiten aus Wiehl gleich, während Bröltal nun den RSV Urbach (28 Punkte) im Nacken hat. „in meinen Augen wäre mehr drin gewesen“, so Costantino nach der zweiten Heimpleite der Saison. Beim frühen Führungstor der Gäste stimmte im Anschluss an einen Freistoß aus dem Halbfeld die Zuteilung nicht, Benjamin Germerodt nutzte das fehlerhafte Abwehrverhalten aus. Als glücklich war der Ausgleich zu bezeichnen: Dennis Kuczkas Freistoßflanke wurde lang und länger, der TVH-Keeper sah alles andere als gut aus und musste den Schuss passieren lassen.

Danach waren die Hausherren nach Angaben Costantinos „deutlich präsenter“, konnten die Feldvorteile aber nicht in Zählbares ummünzen. Eine Konzentrationsschwäche im Aufbauspiel führte zur neuerlichen Führung der Herkenrather. Oliver Lanwer nahm Maß und traf aus rund 25 Metern Entfernung. „So ein Tor schießt er wahrscheinlich nicht noch einmal“, erklärte Costantino. Die Reaktion des TuS fiel verhalten aus: Zwar hatte man mehr Ballbesitz, doch dauerhaften Druck konnte man nicht ausüben, obwohl Costantino zusätzliche Offensivkräfte brachte. „Wir haben im letzten Drittel nicht klar genug gespielt“, monierte der Coach. Ein Kontertor besiegelte die Niederlage im Verfolgerduell endgültig.           

Tore
0:1 (14.), 1:1 Dennis Kuczka (30.)., 1:2 (53.), 1:3 (88.).

TuS Homburg-Bröltal
Marco Engels; Alexander Tomm (46. Jeton Canolli), Eduard Kelm, Robert Mikoschek, Kerem Kargin, Deniz Yedek, Ben Breidenbach, Adrian Mikoschek (46. Önder Betin), Dennis Kuczka, Bastian Sellau, Fitim Dauti (70. Tim Müller). 



[Daniel Buchmüller traf vom Elfmeterpunkt zum 1:1.]

SC Rondorf – VfR Wipperfürth 1:2 (1:1).

Einzig das Endergebnis sorgte bei VfR-Trainer Norbert Scheider für gute Laune, die 90 Minuten waren dagegen nichts für Fußballästheten. „Wir haben läuferisch und spielerisch schlecht agiert. Das war von beiden Seiten nicht bezirksligatauglich“, urteilte Scheider nach dem schmeichelhaften Dreier. „Es hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen.“ Dabei ging es blendend los: Den ersten vernünftigen Angriff der Gäste führte Patrick Althoff erfolgreich zu Ende, doch als nur zwei Minuten später der Ausgleich fiel, war klar, dass es kein Sonntagsspaziergang wird. Unfassbar: Nach einem hohen Ball in den Strafraum behinderten sich vier Wipperfürther gegenseitig. Ein Rondorfer bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung der Gäste.

„Wenn zwei Leute hingehen und zwei dahinter absichern, passiert in der Szene gar nichts“, schlug Scheider die Hände über dem Kopf zusammen. Die restliche Spielzeit bewegte sich auf höchst sparsamem Niveau. Immerhin sorgten die beiderseitigen Unzulänglichkeiten dafür, dass es vor den Toren ereignisreich blieb. Die besten Gelegenheiten für die Gäste vergaben Franco Lemke und  Benjamin Butter, während Tobias Kapellen zweimal in Eins-gegen-eins-Duellen gefordert wurde und die Oberhand behielt. Als schon alles nach einer Punkteteilung aussah, hatte das Duo Norman Lemke und Althoff noch eine zündende Idee und besorgte den Last-Minute-Siegtreffer. „Wir sind froh über die Punkte, aber Rondorf hätte genauso als Gewinner vom Platz gehen können“, meinte Scheider.     

Tore
0:1 Patrick Althoff (6. Norman Lemke), 1:1 (8.), 1:2 Patrick Althoff (90. Norman Lemke)

VfR Wipperfürth
Tobias Kapellen; Jimmy Speicher (78. Tim Kappe), Niklas Liehn, Michael Brandt, Benjamin Butter, Jan Schmitz, Samy Lakraa (90.+3 Tim Schulte), Norman Lemke, Patrick Althoff, Christopher Dreiner (46. Franco Lemke), Dennis Grolewski.

  
SSV Bergneustadt – Spvg. Deutz 05 0:8 (0:2).

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass sich der SSV Bergneustadt sportlich am Scheideweg befindet, dann dürften die letzten Zweifel an dieser Theorie seit heute ausgeräumt sein. Das Schlusslicht holte sich gegen Deutz seine höchste Saisonniederlage ab und wird in dieser Form nicht mehr lange vom Klassenerhalt träumen dürfen. Leo Geusa war nach der Begegnung darum bemüht, das Resultat zu relativieren. „Natürlich ist das unglaublich bitter, aber Deutz war sehr effektiv und hat aus zehn Chancen acht Tore gemacht.“ In der ersten Halbzeit habe sich seine Mannschaft teuer verkauft und sei in den ersten 20 Minuten sogar etwas stärker gewesen.

„Der erste Gegentreffer ist aus dem Nichts gefallen“, schilderte Geusa, der mit ansehen musste, wie der Gegner auch seine zweite Gelegenheit vor der Pause nicht ungenutzt ließ. Was nach dem Seitenwechsel passierte, war für Geusa schwer in Worte zu fassen. Die Deutzer schraubten das Ergebnis mit einem frühen Doppelpack in die Höhe. „Danach haben wir uns abschlachten lassen“, sagte der Trainer. Die Gäste hatten keine Gnade mit den Bergneustädtern, die nach einem Platzverweis für Torwart Christian Salmen in Unterzahl agieren mussten. Völlig sinnlos: Abwehrchef handelte sich fünf Minuten vor Schluss eine Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung ein. Kommende Woche fährt der SSV zum Spitzenreiter SV Schlebusch. Wird es dort noch schlimmer kommen?     

Tore
0:1 (24.), 0:2 (43.), 0:3 (47.), 0:4 (48.), 0:5 (70.), 0:6 (75.), 0:7 (81.), 0:8 (83.)

Besondere Vorkommnisse
Rote Karte gegen SSV-Torwart Christian Salmen (57. Handspiel außerhalb des Strafraums)
Rote Karte gegen den Bergneustädter Wael Majouj (85. Schiedsrichterbeleidigung) 

SSV Bergneustadt
Christian Salmen; Ali-Kemal Celik, Hannes Volk, Wael Majouj, Felix Margaryan, Eduard Zeiser, Tobias Breilmann, Furkan Karagöz (75. Hayri Celik), Marco Bartoszewicz, Egzon Haklay (46. Tolga Samut), Methan Dalboy (58. Daniel Valbert).

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