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Höhner weihnachtlich, aber ohne Krautmacher

vma; 11. Dec 2013, 08:18 Uhr
Bilder: Vera Marzinski --- Hochgenuss zwischen „Kölschem Temperament“ und „Gänsehaut-Jeföhl“ bescherrten die 'Höhner' in Gummersbach.
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Höhner weihnachtlich, aber ohne Krautmacher

vma; 11. Dec 2013, 08:18 Uhr
Gummersbach – Ins ausverkaufte Theater kamen die „Höhner“ mit kölschen und weihnachtlichen Liedern. Frontmann Henning Krautmacher fiel krankheitsbedingt aus, dafür begeisterte Überraschungsgast Maite Kelly das Publikum.
Von Vera Marzinski

Da musste Hannes Schöner, Sänger und Bassist der „Höhner“, das Publikum erst einmal aufklären, als es nach „Weihnacht daheim un üvverall‘“ bei den fünf Musikern auf der Bühne blieb. „Krauti“ – Henning Krautmacher – würde an diesem Abend die kölsche Kultband nicht mehr vervollständigen. Am Tag zuvor ging es ihm schon nicht so gut – nun lag er mit Nierenbeckenentzündung darnieder. Dass die „Höhner“ das Konzert dennoch nicht abgesagt hatten, rechneten die Gäste ihnen hoch an – und alle blieben. Hatte doch Schöner einen Überraschungsgast versprochen. „Echte Fründe ston zesamme“ – daran hielten sich auch die Theaterbesucher. Mit diesem Lied und weiteren Höhner-Hits wurde es erst ein „Kölscher Abend“. Trotz funkelnder, leuchtender und stimmungsvoller Weihnachtsdekoration auf der Bühne. Schlagzeuger Janus Fröhlich las nicht nur eine spaßige Zuggeschichte vor, er holte dann auch den zusammenklappbaren Weihnachtsbaum hervor. Und den galt es zu schmücken nach einem „Hillich Ovend ben ich doheim“.



Zu diesem Ritual kam dann endlich der „Höhner“-Überraschungsgast, der sich als besonderes Geschenk des Abends entpuppte: Maite Kelly. Ob bei „Lasst uns froh und munter sein“ einem grandiosen „Silent night“ und weiteren bekannten Weihnachtsstücken mit den „Höhnern“ oder auch alleine mit Gitarrist John Parsons und einer besonderen Interpretation von „Amazing grace“ – Maite Kelly strahlte durch den Abend und begeisterte das Publikum. Hannes Schöner hatte ihr zur Probe am Vormittag noch ein Stück mitgebracht, dass sie, wie sie dem Publikum versicherte, noch nie gesungen habe. Leonard Cohens „Hallelujah“ war ein besonderes Highlight des Abends. Eigentlich hatte Maite Kelly jetzt vor Weihnachten keine Auftritte mehr annehmen wollen. Aber als Janus Fröhlich bei ihr anrief und fragte, ob sie die „Höhner“ gesanglich unterstützen könne, fand ihre Tochter „Mama, Freunde sind da, wenn es schwierig wird!“.


 [Frontmann Henning Krautmacher war zumindest als Puppe auf der Bühne, muss aber selbst absolute Bettruhe einhalten.]

„53 Engel“ schickten sie gesanglich an Henning Krautmacher. Der tauchte doch noch auf der Bühne auf. Als Marionette, die aus der Höhner Rockin' Roncalli Show stammt. Peter Werner erzählte von seinen Träumen – er wollte Rennfahrer oder Papst werden. Jetzt sei er Opa. Das Funkeln in den Augen der Kinder sei für ihn Weihnachten besonders schön. Der Keyboarder zeigte ebenso wie seine Bandkollegen, was musikalisch in ihnen steckt. Insbesondere das Saxophonspiel von Jens Streifling bereitete Gänsehaut. Viele „Höhner“-Hits und mannigfache Weihnachtslieder erklangen am Dienstagabend. Zu hören waren aus dem speziellen Höhner-Weihnachtsrepertoire unter anderen „Peace, Frieden, Schalom, Salam“ oder „Schabäuche“, das Lied, in dem die Höhner mit ihrem typisch rheinischen Witz beschreiben, wie sie den Christbaum schmücken. Dass sie aber auch Vollblutmusiker weit jenseits des kölschen Zungenschlags sind, beweisen sie mit amerikanischen Evergreens wie „Jingle Bells“, „Rudolph the red nosed reindeer“ oder „White Christmas“.


[Maite Kelly unterstützte kurzerhand die „Höhner“ und schmetterte Weihnachtslieder mit viel Spaß und humorvollen Einlagen.]

So hatte Hannes Schöner am Anfang des Konzertes noch gesagt „Ich schaue in viele fragende Gesichter. Aber wir packen das gemeinsam heute!“ Und mit einem grandiosen Teamgeist nach 41 gemeinsamen Jahren zeigten er, Peter Werner, Jens Streifling, John Parsons und Janus Fröhlich, dass sie auch mit einem umgestellten Programm, den Ausfall von Krautmacher kurzfristig zu einem tollen Konzert umfunktionieren können. Aber das Publikum ging auch super mit – und Maite Kelly trug viel zum Gelingen dabei. Mit einem „Gloria in excelsis“ verabschiedeten sie sich von einem kräftig mitsingenden Gummersbacher Publikum.

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