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Benefizkonzert mit selten gehörten Oratorien

vma; 24. Nov 2013, 16:20 Uhr
Bilder: Vera Marzinski --- Schon beim ersten den beiden Konzerte mit zwei Oratorien, zwei Chören, zwei Orchestern unter der Leitung von Kreiskantor Hans-Peter Fischer begeisterten die Sänger und Musiker das Publkum in der Barockkirche Eckenhagen.
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Benefizkonzert mit selten gehörten Oratorien

vma; 24. Nov 2013, 16:20 Uhr
Eckenhagen – Am Samstagabend beeindruckten Chöre und Orchester beim ersten der beiden Benefizkonzerte für die Taifunopfer Philippiniens in der Barockkirche Eckenhagen mit Werken das Hochbarock von Buxtehude und Händel.
„Das Jüngste Gericht“ von Dietrich Buxtehude sowie Georg Friedrich Händels „Dettinger Te Deum“ präsentierten die Oberbergische Kantorei, der Kammerchor Gummersbach, die Oberbergischen Barocksolisten, das Neue Rheinische Kammerorchester sowie Solisten unter der Leitung von Kreiskantor Hans-Peter Fischer. Gleich zwei Mal kommt dies zur Aufführung – am Samstagabend in der Barockkirche Eckenhagen und am Sonntag um 18 Uhr, in der  Evangelischen Kirche Dieringhausen. Die Kirchengemeinden Eckenhagen und Dieringhausen hatten sich zuvor entschlossen, die Klassikkonzerte in ihren Kirchen umzuwidmen in Benefizkonzerte und Kosten von 6500 Euro zu übernehmen. Der Kreissynodalvorstand (KSV) des Kirchenkreises sichert die Finanzierung der Konzerte mit 2000 Euro ab. Ebenfalls an den Konzertkosten beteiligt sind die Gemeinde Reichshof und die Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln. Die Einnahmen und darüber hinaus möglichst viele Spenden sollen den Opfern des Taifuns auf den Philippinen zukommen. Da Horst Ostermann, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises, lange Jahre als Leiter der Klinischen Seelsorgeausbildung am evangelische Krankenhaus in Cebu City in der Region Leyte – einem Inselstaat der Philippinen- tätig war, ist eine schnelle und unkomplizierte Unterstützung möglich.



Die Benefizkonzerte beinhalten jeweils zwei Oratorien, zwei Chöre und zwei Orchester. Zum einen wird Buxtehudes "Jüngstes Gericht" präsentiert, das erst in jüngerer Zeit rekonstruiert worden ist und darum noch selten aufgeführt wurde. Es ist wie ein Wettstreit zwischen Gut und Böse - und mit den allegorischen Figuren Geiz, Leichtfertigkeit und Hoffart, liegt eine Parallele zu den klassischen sieben Todsünden nahe. Diese wetteifern erst um die Vorrangstellung und schließen sich letztendlich zusammen. Alle diese Figuren versuchen in nahezu atemberaubend aktueller Weise den Menschen und ihrer Lebensweise damals und heute  „den Spiegel vorzuhalten“.

Das Werk gestaltete in farbiger barocker Kammerbesetzung (Streicher, Flöten, Oboen und basso continuo) der Kammerchor der VHS Gummersbach mit den Musiker und den Solisten Elisabeth Menke (Sopran), Eva Budde-Jandt (Sopran), Christa Menke (Alt), Johannes Klüser (Tenor) und Burkhard Zass (Bass). Grandios Eva Budde-Jandt in ihrer Arie „Ich kann nicht mehr“, wo sie in der Palette des Bösen die „Sauferei“ besingt und dies nicht nur stimmlich sondern mit viel Gestik und Mimik unterstreicht. Hervorragend auch Elisabeth Menke, die zum Ensemble der Kammeroper Köln gehört. „Das Jüngste Gericht“ wirkt wie ein Gespräch und dabei sprechen Text und Musik und die Interpretation des Textes durch die Musik für sich selber. Die 20 Sänger des Kammerchors boten nicht nur bei der jubelnden Schlussarie eine ausgezeichnete gesangliche Qualität.


Große festliche Barockbesetzung (drei Trompeten – als Solist Dr. Markus Müller -, Pauken, große Streicher, Oboen) und ein fünfstimmiger großer Chor, der sich aus der Oberbergische Kantorei und dem Kammerchor Gummersbach zusammensetzte, sowie die Solisten führten das „Dettinger Te Deum“ auf. Es ist eines der beliebtesten Werke Händels überhaupt und wurde am 27. November 1743 uraufgeführten. Anlässlich des Sieges der Briten, Hannoveraner und Österreicher in der Schlacht bei Dettingen am Main über die Franzosen komponierte Händel dieses Oratorium. Musikalisch ist es so etwas wie die Darstellung des himmlischen Jerusalems, in dem die Engel und himmlischen Heerscharen zusammen mir den erlösten Menschen mit prächtiger Musik dem Herrn lobsingen. Auch theologisch schließt sich also das „Te Deum“ unmittelbar an das „Jüngste Gericht“ an. Ebenso wie den ersten Teil, präsentierten Sänger und Musiker abermals eine grandiose Darbietung und erhielten in der Barockkirche Eckenhagen viel Applaus.

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