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170 Küster diskutierten über die Zukunft ihres Berufs

Red; 30. May 2013, 17:23 Uhr
Bild: privat --- Superintendent Jürgen Knabe erläuterte die Zukunft des Personalmixes in einer Kirchengemeinde.
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170 Küster diskutierten über die Zukunft ihres Berufs

Red; 30. May 2013, 17:23 Uhr
Waldbröl - Beim 112. Küstertag wurde in der evangelischen Kirchengemeinde vor Kurzem über die Zukunft der Kirchengemeinden und ihres Personals diskutiert - Einbindung von Ehrenamtlichen wird ein immer größeres Thema.
170 Küster trafen sich am vergangenen Montag im Rahmen des 112. Küstertags der Arbeitsgemeinschaft rheinischer Küsterinnen und Küster (arkk) in der evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl. Den Auftakt der Veranstaltung markierte ein Abendmahlgottesdienst, der vom Sister Act Chor sowie vom Posaunenchor musikalisch begleitet wurde.

Nicht zuletzt mit Blick auf die gegenwärtigen Prozesse der Neustrukturierungen und Stellenstreichungen in der Kirche betonte Superintendent Jürgen Knabe in seiner Predigt die Bedeutung einer vielfältigen, gabenorientierten Mitarbeit Vieler in der Gemeinde. „Wir brauchen nach wie vor einen grundlegenden Personalmix aus Theologen, Kirchenmusikern, Küstern sowie Gemeindereferenten zusätzlich zu den vielen sonstigen Aufgaben in den Gemeinden, damit diese ausstrahlungsfähig bleiben“, sagte Knabe.

Weil es in den vergangenen Jahren einen 25-prozentigen Abbau von Küsterstellen aufgrund von Sparmaßnahmen, Gebäudeschließungen und Gemeindefusionen gab, hatte der Vorstand der arkk Superintendent Jürgen Knabe gebeten, Erfahrungen aus dem Personalplanungskonzept im Kirchenkreis An der Agger vorzutragen. Laut Manfred Heller (Vorsitzender arkk) gab es 2009 im Küsterdienst noch etwa 3300 Mitarbeitende. Mitte letzten Jahres waren es lediglich noch 2600, von denen mehr als die Hälfte einen Vertrag mit weniger als 16 Wochenstunden hatte. Im arkk organisiert sind derzeit 400 aktive Mitgieder.

Superintendent Knabe erläuterte, wie im Kirchenkreis An der Agger ein gesunder Personalmix sichergestellt werden soll. Grundlage für die Personalplanung sei hier zum einen, dass benachbarte, in Kooperationsräumen zusammengefasste Gemeinden sich in Personalfragen abstimmen müssen. So soll ein unkoordinierter Stellenabbau innerhalb derselben Berufsgruppe vermieden werden.

Weiterhin warb Knabe dafür, dass sich Küster aktiv in das einbringen, was früher „Zurüstung der Heiligen“ geheißen habe, jetzt aber in der Landeskirche unter dem Stichwort „empowering“ diskutiert werde. Gemeint ist die Beteiligung von Ehrenamtlichen, die für den Bereich des Küsterdienstes motiviert und geschult werden sollen. Auf diese Weise könnten künftig Küsterstellen mit 75 oder 100 Prozent Dienstumfang erhalten bleiben.