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Flammen schlugen meterhoch in den Nachthimmel

ch; 5. Feb 2012, 23:10 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung, Video: Andre Miebach --- Insgesamt 120 Helfer vom Feuerwehr und DRK waren diese Nacht in Derschlag im Einsatz.
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Flammen schlugen meterhoch in den Nachthimmel

ch; 5. Feb 2012, 23:10 Uhr
Gummersbach – Völlig zerstört wurde diese Nacht ein Wohnhaus im Derschlager Ortszentrum, nachdem ein Zimmerbrand auf das gesamte Gebäude übergegriffen hatte – B55 stundenlang gesperrt – Über 120 Helfer im Einsatz (mit Video/AKTUALISIERT).
Von Christian Herse

Ein Zimmerbrand hat sich in dieser Nacht zu einem wahren Inferno entwickelt. Um ein Uhr wurden die ersten Einheiten zu dem Anwesen an der Kölner Straße alarmiert. „Als ich auf dem Weg zum Gerätehaus an dem Gebäude vorbeigefahren bin, war bis auf eine Rauchentwicklung noch nichts zu sehen“, so Einsatzleiter Stefan Tröster.

[Trotz eines schnellen Löscheinsatzes konnte das Haus nicht mehr gerettet werden.]

Doch nur wenige Minuten später, als die ersten Fahrzeuge eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern des Wohnhauses. „Glücklicherweise waren alle acht Bewohner zu der Zeit schon raus. Denn kurz danach stand die gesamte erste Etage in Flammen“, berichtet Tröster weiter. „Ein Innenangriff war da schon nicht mehr möglich.“ Aufgrund der Fachwerkbauweise fand das Feuer schnell Nahrung und griff auf das Dachgeschoss über. Mit vier C-Rohren, einem großen B-Rohr und dem Wenderohr der Drehleiter aus Gummersbach setzten die Helfer vor allem alles daran, angrenzende Gebäude zu schützen. „Auf der rechten Seite war am Giebel nur anderthalb Meter Abstand zum Nachbarhaus. Mit der Drehleiter sind wir da nicht an die Brandnester gekommen“, beschreibt Tröster die Schwierigkeiten. Und auch die Temperaturen machten den rund 100 Kameraden des vierten Löschzuges sehr zu schaffen. Bei minus elf Grad verwandelte sich die Einsatzstelle in Minutenschnelle in eine einzige Eisfläche, durch die Schläuche musste durchgehend Wasser fließen, damit diese nicht zufrieren.

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Ein Feuerwehrmann rutschte aus und kam mit einer leichten Handverletzung ins Krankenhaus, das er aber zwischenzeitlich wieder verlassen konnte. Auch wenn der Brand nach sechzig Minuten unter Kontrolle war, dauerte es noch Stunden, ehe alle Glutnester abgelöscht werden konnten. In den frühen Morgenstunden rückte hierzu auch ein Kran an. Mit einem Korb gelang es den Floriansjüngern dann von oben an die bis dahin unerreichten Stellen zu kommen, um dort auch die letzten Flammen noch zu löschen.


[Am Morgen nach dem Brand bietet sich ein abstruses Bild: Wo diese Nacht die Flammen aus den Fenstern schlugen, hat sich durch das Löschwasser ein dicker Eispanzer gebildet.]

Die Einheiten Bernberg, Derschlag, Dümmlinghausen und Rebbelroth sowie eine zweite Drehleiter aus Bergneustadt und der Niederseßmarer Einsatzleitwagen konnten gegen zehn Uhr abrücken und wurden durch Feuerwehrleute aus Hunstig und Gummersbach abgelöst, die noch bis 15 Uhr an der Einsatzstelle verblieben, um diese abzusichern. Ein Statiker der Stadt hatte heute Morgen den Männern bestätigt, dass das Gebäude einsturzgefährdet sei. Unterstützt wurden die Feuerwehren vom DRK Derschlag und der DRK Einsatzzentrale, die mit insgesamt 22 Mann im Einsatz waren, um die Kameraden mit warmen Getränken und Essen zu versorgen. Nach ersten Schätzungen wird der entstandene Schaden auf 200.000 € geschätzt. Die Bewohner kamen bei Nachbarn und Freunden unter. Die B55 war bis zum Nachmittag voll gesperrt.

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