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Großer Zapfenstreich zum Hundertsten

db; 26. Jun 2010, 14:08 Uhr
Bilder: Daniel Beer, Wolfgang Blume (1 & 15 bis 26).
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Großer Zapfenstreich zum Hundertsten

db; 26. Jun 2010, 14:08 Uhr
Gummersbach – Der Schießverein Bernberg feierte gestern seinen 100. Geburtstag mit einem Festkommers.
Von Daniel Beer

Als die Sonne gestern hinter der Fritz-Wippermann-Halle verschwand, marschierte der Musikverein Heddinghausen auf und sorgte mit dem großen Zapfenstreich für das erste Highlight des diesjährigen Schützenfestes auf dem Bernberg. Zuvor hatten die Schützen ihr hundertjähriges Bestehen gemeinsam mit vielen befreundeten Vereinen beim Festkommers gefeiert. Andreas Röttgen (stellvertretender Vorsitzender) konnte auch einige Ehrengäste begrüßen, unter anderem Bürgermeister Frank Helmenstein. „Sie sind ja schon wieder ohne Kette gekommen“, sagte Röttgen. Der Bürgermeister reagierte gelassen: „Es ist mein größter Wunsch, einmal Schützenkönig zu werden. Jedoch ist eine Sache noch wichtiger und zwar die Kameradschaft und Freundschaft in einem Schützenverein.“ Zukunft brauche Tradition und Heimatverbundenheit. Diese Dinge fände man beim Schützenverein Bernberg, sagte Helmenstein in seinem Grußwort.   

Der stellvertretende Landrat, Prof. Friedrich Wilke, hob die Besonderheit hervor, dass der Verein mit Susanne Hornbruch (Vorsitzende), Petra Koch (Geschäftführerin) und Friedericke Lenger (Kassiererin) unter einem „Damen-Regiment“ stehe. „Wir brauchen Vereine, die Generationswechsel überstehen und zukunftsorientiert arbeiten“, so Wilke. Der CDU-Landtagsabgeordneter für den Oberbergischen Kreis, Peter Biesenbach, hatte einen besonders stressigen Abend, feierten doch die Gimborner Schützen gleichzeitig ihr 400 jähriges Bestehen. Er hatte die Ehrenplakette des Landes NRW dabei: „Sie sind der erste Verein im Oberbergischen, der diese Plakette erhält“, so Biesenbach. Schirmherr Frank Grebe berichtete von seinen Erfahrungen mit den Bernberger Schützen, insbesondere über die Finanzierung der Schützenhalle.        

Diesen Punkt griff auch die Vorsitzende Hornbruch auf: „60 Leute übernahmen 1955 eine Bürgschaft. Vom Bauantrag bis zur Genehmigung der Stadt verging damals eine Woche. Es war eine unbürokratische Zeit“. Aber auch das aktuell schlechte Bild von Schützenvereinen in der Öffentlichkeit war ein Thema. „Die verschärften Waffengesetze haben für einen Einbruch bei den Vereinen gesorgt. Es wird immer schwieriger, unseren Sport an die Jugend zu vermitteln. Wir tragen die Regeln mit, aber wehren uns gegen einen Generalverdacht“, so Hornbruch.     

Der Präsident des Rheinischen Schützenbundes, Harald Hachenberg, stimmte zu: „Wir bilden unsere Jugend hervorragend aus“. Neben einer Erinnerungsplakette für den Verein, verlieh der RSB dem Schießwart, Erich Strupp, die goldene Verdienstmedaille für seine jahrzehntelange Arbeit.