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Oberbergische Linken wagen Neuanfang

ch; 15. Mar 2010, 12:35 Uhr
Bild: Christian Herse --- Der neue Vorstand der Oberbergischen Linkspartei: Matthias Lammerich (v.l.), Nastasja Simeth, Jeanette Edelbroich und Carsten Stoffel.
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Oberbergische Linken wagen Neuanfang

ch; 15. Mar 2010, 12:35 Uhr
Gummersbach – Auf ihrem Kreisparteitag wählte die Linkspartei einen neuen Vorstand. Doch alte Diskrepanzen konnten noch nicht ganz überwunden werden.
  Die vergangenen Monate drehten sich bei der Linkspartei vor allem um die Querelen zwischen dem amtierenden geschäftsführenden Vorstand und den Politikern aus dem Nordkreis. Sogar ein Wechsel in den Wuppertaler Kreisverband wurde der Bezirksgruppierung zeitweise nahe gelegt. Nachdem der letzte Kreisparteitag im Januar vorzeitig abgebrochen werden musste, war man am Samstag darauf bedacht, ein möglichst einvernehmliches Bild abzugeben. Unterstützung hatte man sich dabei mit Elisabeth August sogar aus dem Landesvorstand geholt, die die Tagesleitung übernahm. Im Vorfeld hatte sie bei Vorstandssitzungen bereits versucht, die zerstrittenen Seiten wieder an einen Tisch zu bekommen.

Die Vorsitzende der Kreislinken, Inge Mohr-Simeonidis, forderte zu Beginn der rund viereinhalb stündigen Sitzung dazu auf, endgültig einen Schlussstrich unter die Auseinandersetzung zu ziehen und sich wieder auf das Politik machen zu konzentrieren. „Unser gemeinsames Ziel in 2009 war die Gestaltung des Wahlkampfes, ehe es zu den Streitereien kam, weswegen sich zuletzt einige Mitglieder von der Kreispartei lösten.“ Sie forderte dazu auf, wieder an einem Strang zu ziehen. Von Seiten der Delegierten hagelte es hingegen Kritik wegen einer mangelnden Transparenz der Vorstandsarbeit. E-Mails würden seit Wochen die Betroffenen nicht erreichen und auch Briefe und Einladungen hätten die Mitglieder teilweise nicht erhalten. Bei den anschließenden Neuwahlen stellte Carsten Stoffel sich als Gegenkandidat auf.

„Mein Ziel ist es, die Lagerkämpfe in der Partei zu beenden und uns wieder zusammenzuführen, um Politik zu betreiben“, so Stoffel. In einer größtenteils neutral geführten Aussprache musste Mohr-Simeonidis Stellung zu einem Thesenpapier nehmen, was von zahlreichen Mitgliedern, unter anderem Stoffel, unterschrieben wurde. In diesem wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen, wie beispielsweise die regelmäßige Verlegung des Tagungsortes oder die Trennung von Vorstandsarbeit und Ämtern in der Partei. Dabei kam es allerdings auch zu hitzigen Debatten, die zeitweise auf Stammtischniveau abzurutschen drohten. In der anschließenden Wahl setzte sich Stoffel mit 17 zu 14 Stimmen durch und übernimmt künftig die Rolle des Kreissprechers. Da die Mitgliederzahl der Linken mittlerweile auf 111 gestiegen ist, müssen künftig 50 Prozent der Vorstandsplätze von Frauen belegt werden. Zur neuen Schatzmeisterin wurde Nastasja Simeth gewählt Neue Beisitzer sind Jeanette Edelbroich und Matthias Lammerich.