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Neues Schwimmbad: Die Kräfte werden gebündelt

ls; 15. Jan 2019, 16:30 Uhr
Bild: Leif Schmittgen --- Torsten Rothstein (v. li.), Malte Hübsche und Peter Koester trafen sich heute im Foyer des neuen Rathauses zur Vertragsunterzeichnung.
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Neues Schwimmbad: Die Kräfte werden gebündelt

ls; 15. Jan 2019, 16:30 Uhr
Waldbröl – Heute wurde das rund 200 Seiten starke Vertragswerk für das neue Schwimmbad an der Vennstraße unterschrieben, das künftig von „Schwimmen in Waldbröl“ betrieben wird – Neubau kostet 6,5 Millionen Euro.
Von Leif Schmittgen

Als einen bedeutenden Schritt in Sachen Stadtentwicklung bezeichnete Waldbröls Bürgermeister Peter Koester die heutige Vertragsunterzeichnung zwischen der Kommune und dem künftigen Betreiber des derzeit im Bau befindlichen Schwimmbades an der Vennstraße, der gemeinnützigen GmbH „Schwimmen in Waldbröl".   


[Rund 200 Mal drückten die Beteiligten dem Vertragswerk den Stempel auf.]

Warum bedeutend? Weil nach Angaben des Stadtoberhauptes viel bürgerschaftliches und finanzielles Engagement für das Mammutprojekt in den vergangenen Jahren nötig war, dass heute nun auch schriftlich zwischen Koester und dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Malte Hübsche, manifestiert wurde. Komplettiert wird das Trio durch den Steuerberater Torsten Rothstein, der sich ehrenamtlich für das Erstellen des Vertragswerks einsetzte und die Fäden bei der rund vierjährigen Organisation und Planung im Vorfeld zusammenhielt.

 

Rund 6,5 Millionen Euro kostet der Bau, 5,2 Millionen Euro kommen dabei aus Fördermitteln von Land und Bund, die im August des vergangenen Jahres bewilligt wurden. Den Rest der Baukosten steuert die Stadt  durch einen Kredit hinzu. Dessen Zinsaufwendungen werden den Stadtsäckel durch Abschreibungen wiederum entlasten. Überhaupt ist das neue, barrierefreie Gebäude kostensparend für die Stadt: Während man für das in den 1970er Jahren erbaute Gartenbad noch jährliche Betriebskosten von 500.000 bis 600.000 € im Haushalt einplanen müsste, werden sich die Fixkosten um geschätzte 250.000 € senken.   

Denn die Stadt ist nicht mehr federführend für den Betrieb zuständig, sondern eben der neue Kooperationspartner. „Wir beteiligen uns an den Kosten für Energie mit 90.000 €“, berichtete Koester. Weitere 160.000 € werden zur Abgeltung für die Nutzung der Halle zum Schulsport an den Betreiber jährlich überwiesen, unter dem Strich also eine Viertel Millionen Euro. An die Kommune zurücküberwiesen werden 72.000 € Pachtkosten.   

Nicht nur wegen der komplizierten, aber bei diesem Konstrukt notwendigen Kostenverteilungen ist das Vertragswerk, das heute unterschrieben wurde, rund 200 Seiten dick. Die restlichen Betriebskosten sollen durch Eintrittsgelder, ein Kursangebot und den Bistrobetrieb akquiriert werden. „Kein Schwimmbad kann kostendeckend betrieben werden“, weiß der Bürgermeister. Allerdings lohne sich der Aufwand, allein wegen des Engagements der Bürger, das sich in „Schwimmen für Waldbröl“, die den Zuschlag der europaweiten Betreiberausschreibung bekam, widerspiegelt.


[Visualisierung: pos4 architekten --- So soll das 'neue' Hallenbad an der Vennstraße Anfang 2020 aussehen.]

Vier Institutionen sind beteiligt, neben der Stadt die örtliche DLRG, die AWO und der Schwimmverein. Aus diesen Reihen wird ab voraussichtlich 1. Februar 2020, dann ist die Eröffnung geplant, auch ein Teil des Personals ehrenamtlich rekrutiert. Hauptamtlich werden acht Personen, bestehend aus Voll- und Teilzeitkräften sowie Minijobbern, für den reibungslosen und sicheren Betrieb sorgen. Hoher Personalaufwand ist nötig, denn das neue Eldorado für Schüler, Sportler, aber auch alte und behinderte Menschen soll wochentags von 6:30 bis 21:30 Uhr geöffnet haben, am Wochenende schließen die Pforten um 17:30 Uhr.  

Nach dem zweistündigen Frühschwimmangebot am Morgen bleibt die Halle mit Haupt-, Lehr- und Kinderbecken bis 13:30 Uhr allein den örtlichen Schulen für den Unterricht vorbehalten. Danach dürfen sich Besucher aller Altersklassen bis in die Abendstunden im kühlen Nass vergnügen. Um möglichst viele Menschen für das Bad zu begeistern, soll es auch Kursangebote im neuen Schwimmbad geben. Und das alles zu durchaus moderaten Preisen. Eine Tageskarte für Erwachsene soll mit 4 € zu Buche schlagen, 3 € müssen Kinder, Schüler und Studenten berappen. Die Kleinsten unter fünf Jahren zahlen 50 Cent.   

Für die Anschaffung von Spielgeräten und sonstigen Gegenständen sind Rücklagen von 100.000 € eingeplant, die derzeit durch Spendengelder gesammelt werden. „Wir haben noch rund ein Jahr Zeit, das Kapital zu bekommen“, sagte Torsten Rothstein. Man befinde ich bereits jetzt auf einem guten Weg, das Spendenziel rechtzeitig zu erreichen. „Gartenbad“ wird der Neubau wahrscheinlich nicht mehr heißen, „einen neuen Namen gibt es noch nicht“, so der Geschäftsführer und Schwimmmeister für Bäderbetriebe, Hübsche. Erst einmal gelte es andere Dinge zu planen, ehe man das neue Waldbröler Schmuckstück tauft.