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'So kann man keine Punkte holen'

uk; 4. Mar 2018, 20:16 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Den Ärger über die Leistung seiner Spieler kann man im Gesicht von VfL-Coach Denis Bahtijarevic ablesen.
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'So kann man keine Punkte holen'

uk; 4. Mar 2018, 20:16 Uhr
Gummersbach - Ernüchterung bei den Bundesligahandballern des VfL Gummersbach nach der Heimschlappe gegen Erlangen - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und die AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
von Uli Klein

VfL Gummersbach - HC Erlangen 24:29 (7:12).

Sie hatten sich einen wegweisenden Nachmittag vorgenommen: Die Handballer des VfL Gummersbach wollten mit einem zweiten Heimsieg in Folge jedenfalls einen großen Schritt aus der Rotlichtzone der Tabelle machen und sich in Richtung unteres Mittelfeld der Bundesliga verabschieden. Allein - es blieb beim Vorsatz: Am Ende stand eine ebenso glatte wie verdiente 24:29-Pleite gegen den HC Erlangen.


[Torhüter Matthias Puhle gehörte zu den wenigen Lichtblicken im VfL-Spiel.]

Und der Abschied aus dem Kellergewölbe dürfte sich noch länger verzögern, stehen jetzt doch die Auswärtspartien bei den Rhein Neckar Löwen sowie bei den Füchsen Berlin auf dem Programm. Gut möglich, dass sich Blau-Weiß nach dem Kräftemessen bei den Titelkandidaten wieder so richtig in der ungemütlich-zugigen Zone der nationalen Eliteliga wiederfindet. Auf jeden Fall dann, wenn sich das Team von Trainer Denis Bahtijarevic in den kommenden Wochen ähnlich desolat präsentiert wie gegen die Sonntagsgäste aus Franken. "Das war ein schwaches Spiel von uns", suchte der VfL-Coach nach dem Match erst gar nicht nach verklausulierten Erklärungen für den kläglichen Auftritt der Seinen. Was sollte der Handballlehrer auch sagen?


Denn natürlich hatte auch Bahtijarevic mit sichtbarem Missfallen registriert, dass in seiner Mannschaft mit Ausnahme von Keeper Carsten Lichtlein in der Anfangsviertelstunde sowie dessen Nachfolger Mathias Puhle in der Schlussphase kein Spieler auf Bundesliganiveau agierte. "Wir haben in der 1. Halbzeit nur sieben Treffer gemacht und in der 2. Halbzeit 17 Treffer kassiert - mit so einer Bilanz kann man in der Bundesliga keine Punkte holen", brachte Gummersbachs Sportdirektor Christoph Schindler die VfL-Defizite mit Karfreitags-Miene auf den Punkt. Dabei hatten die Hausherren einen durchaus schwungvollen Start und hätten nach sechs Minuten durchaus höher als 3:2 führen können, ja müssen. Tobias Schröter und Marvin Sommer wussten aber weder von außen noch vom Strafwurfstrich absolute Premiumgelegenheiten zu nutzen.


[War das ein Stürmerfoul von VfL-Rechtsaußen Tobias Schröter?]

Die klägliche Wurfausbeute blieb bis zur Pause ungeliebter Begleiter des Gastgeber. Erlangen bedankte sich für die zahllosen VfL-Schlampereien mit grundsolidem Abwehr- und effektiven Offensivspiel - die Fünftore-Führung des HC zur Pause entsprach denn  auch den Ereignissen auf dem Parkett. Nach Wiederbeginn entwickelten die Hausherren zwar im Vorwärtsgang endlich die notwendige Durchschlagskraft. Dafür fand die Deckung jetzt keinerlei Zugriff auf die stereotypen, aber doch effektiven Angriffszüge der Erlanger. Dennoch keimte in der SCHWALBE arena noch einmal kurz Hoffnung auf, als Schröter sieben Minuten vor Ladenschluss das 21:24 gelang.


[Simon Ernst war bester Gummersbacher Torschütze, dem lange verletzten Lenker des VfL-Spiels unterliefen aber auch etliche technische Fehler.]

Der Gummersbacher Rechtsaußen hätte sein Team in Folge sogar noch näher an die Franken heranbringen können. Doch bei einem erweiterten Gegenstoß entschieden die Referees auf Stürmerfoul gegen ihn - zum ungläubigen Entsetzen des VfL-Anhangs sowie zur Freude der Erlanger Auswechselspieler, die den umstrittenen Pfiff mit euphorischem Beifall quittierten. Es war freilich die einzige wirklich grenzwertige Entscheidung der Unparteiischen, die ansonsten eine gute Leistung anboten. Und als Simon Ernst zudem kurz darauf ein technischer Fehler unterlief, machten die Gäste den Sack in Folge mit einer Drei-Tore-Serie zum 21:27 endgültig zu und sorgten so für so für frostige Atmosphäre auf dem Spielfeld sowie auf den Rängen.


[Im zweiten Abschnitt lief die Gummersbacher Deckung oft nur noch hinterher.]

VfL: Carsten Lichtlein (1. bis 39. Minute/9 Paraden), Mathias Puhle (ab.40/6 Paraden ); Simon Ernst (6/3), Marvin Sommer (5/1), Moritz Preuss (4), Stanislav Zhukov (3), Alexander Becker, Tobias Schröter (je 2), Eirik Köpp, Florian Baumgärtner (je 1), Max Jaeger, Josef Pujol, Marko Matic, Erwin Feuchtmann, Florian von Gruchalla

Erlangen: Gorazd Skof (1. bis  43./9 Paraden), Nikola Katsigiannis (ab 44./6 Paraden, davon zwei Siebenmeter); Christoph Steinert (10/4), Nicolai Link (7), Johannes Sellin (4), Nico Büdel (3), Jonas Thümmler, Christopher Bissel (je 2), Andreas Schröder (1), Martin Stranovsky, Michael Haaß, Jonas Link


[Tristesse in der ausverkauften SCHWALBE arena - Enttäuschung bei den VfL-Fans.]

Siebenmeter: 7/4 - 4/4 (Katsigiannis hält gegen Sommer und Ernst, Sommer an die Latte)

Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Preuss - Schröder) - Disqualifikation Zhukov (49.)

Zuschauer: 4.132 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Peter Behrens/Marc Fasthoff (Wuppertal/Neuss)

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