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Philologen-Verband schlägt Alarm

Red; 5. Sep 2015, 21:30 Uhr
Oberberg Aktuell
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Philologen-Verband schlägt Alarm

Red; 5. Sep 2015, 21:30 Uhr
Oberberg - Der Philologen-Verband Oberberg kritisiert die aktuelle Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen scharf.
Der Philologen-Verband Oberberg ist entsetzt. Seit Jahren soll der massive Unterrichtsausfall abgebaut und den Schulen eine ausreichende Lehrerstellenreserve zugewiesen werden. Immer wieder rechnet das Schulministerium eine statistisch ausreichende Lehrerversorgung vor. Unter dem Druck des Landesrechnungshofes müsse Schulministerin Sylvia Löhrmann nun zugeben, dass den Schulen über 3.500 Lehrerstellen fehlen, mehr als 1.000 davon an Gymnasien. "Frau Löhrmann hat die Menschen in NRW offenkundig nicht richtig informiert", kritisiert Sabine Mistler, stellvertretende Vorsitzende des Philologen-Verbandes Nordrhein-Westfalen. "Auf dem Rücken unserer Schülerinnen und Schüler wird ein Sparprogramm durchgedrückt, das auch Lehrerinnen und Lehrer in unzumutbarer Weise belastet und die Bildungschancen in NRW gefährdet."

"Noch vor Tagen wies man die Schuld für unterschrittene Stundentafeln den Schulen und der unzureichenden Schulaufsicht zu. Nun zeigt sich, dass diese Behauptung an den Haaren herbeigezogen und eine plumpe Ausrede ist", stellt Mistler fest. "Keine Schulleitung geht hier fahrlässig mit dem Bildungsanspruch der Schülerinnen und Schüler um. Vielmehr wird seitens der Landesregierung in katastrophaler Weise eine vernünftige Personalplanung konterkariert. Es fehlen Stellen und wir benötigen eine Stellenreserve, damit kurzfristige Ausfälle aufgefangen werden können. Wir leiden akut unter fachspezifischem Lehrermangel. Die Zuweisung von Lehrerstellen erfolgt viel zu spät. So wurden aktuell im bereits laufenden Schuljahr einige wenige feste Stellen ausgewiesen für Lehrkräfte, die vor wenigen Wochen noch nur als befristete Aushilfen mühsam eine Stelle gefunden haben. Jetzt wechseln diese Kollegen verständlicherweise auf neu ausgeschriebene feste Stellen und in den Schulen beginnt das Personalkarussell wieder, sich zu drehen. Neue Stundenpläne, neue Suche nach Aushilfskräften und viele Schwierigkeiten sind die Folge solcher Politik."

Der Philologen-Verband erwartet, dass das Schulministerium sämtliche Daten zur Schulversorgung offenlegt. Dabei sei der Seriosität geschuldet, auch die notwendigen Lehrerstellen bei der Beschulung von Flüchtlingskindern und der Umsetzung der Inklusion einzubeziehen.

Mitglieder des Philolohen-Verbandes sind Lehrer an Gymnasien sowie an anderen Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen.