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Korpsappell mit Sitzungscharakter

mg; 17. Nov 2013, 19:18 Uhr
Bilder: Michael Gauger -- Die Torwache feierte ausgelassen ihren Korpsappell und ließ den Abend fast zu einer großen Sitzung werden.
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Korpsappell mit Sitzungscharakter

mg; 17. Nov 2013, 19:18 Uhr
Engelskirchen - Die Torwache Ründeroth feierte ihren jährlichen Korpsappell - Traditionell proklamierte der Karnevalsverein Ründeroth bei dieser Gelegenheit seine Tollitäten - Spaß und gute Laune waren durch das karnevalistische Programm garantiert.
Von Michael Gauger

Zum jährlichen Korpsappell konnte am vergangenen Samstag der Kommandant der Torwache, Hans-Georg „Schorschi“ Meinerzhagen, wieder viele Gäste begrüßen. In diesem Jahr fand der Appell im „Ausweichquartier“, dem Dorfgemeinschaftshaus in Wiehlmünden, statt. Ein buntes Programm hatte man für die Jecken um die Rekrutierung zweier neuer „Stadtsoldaten“ und der Proklamation des Prinzenpaares organisiert.


[Mit den Gedanken schon im Nachbarort: RKV-Präsident Bernd Vorländer.]

Zuerst galt es jedoch,  das alte Prinzenpaar zu verabschieden. Noch einmal zogen Prinz Klaus-Jürgen I. (Merten) und seine Prinzessin Manuela mit ihrem Gefolge auf die Bühne und dankten allen Begleitern und Verantwortlichen, ehe sich mit einigen Liedchen die Bühne verließen. Unter großem Jubel zog als nächstes mit gezücktem Säbel die Torwache in den Saal. Frenetisch gefeiert, absolvierten die Gastgeber einen ersten Tanz, bevor die Hauptattraktion startete. Zwei neue Mitglieder galt es an diesem Abend in das Traditionskorps aufzunehmen, welches aber nicht ohne gewisse „Vorsichtsmaßnahmen“ vonstatten ging. Zur obligatorischen „Entlausung“, besonders an den kritischen Stellen vorgenommen, erhielten die Zwei ihre Namen. Zur Truppe gehören nun offiziell  Ralf „Metermännchen“ Schwichtenberg und Ralf „Rüssel“ Schmitz. Während bei ersterem die Körpergröße zum Spitznamen beitrug, war dies beim zweiten der Beruf als Tankwart. Mit zwei weiteren Tänzen, die sich durch Anmut, Ästhetik, Grazie und einen gewissen Touch Erotik auszeichneten, wie der Kommandant grinsend verkündete, verabschiedete  sich der Korps unter großem Jubel von der Bühne.



RKV-Präsident Bernd Vorländer freute sich dem nun bestens vorgewärmten Publikum das neue Prinzenpaar Christian I. und Prinzessin Christiane, aus dem Hause Cramer, samt Gefolge zu präsentieren. Immer wieder stellten sich der Prinz und die Prinzessin während des Einmarsches auf Stühle und ließen sich feiern.

Der Prinz ist geboren in Wuppertal, und somit ein „Bergischer Jung“. In Bochum aufgewachsen, verschlug es ihn zum Studium der Medizin nach Köln. Seit 32 Jahren ist er in Dieringhausen als Augenarzt niedergelassen. Seine Hobbys, die man teilweise auch auf dem Prinzenorden wiederfindet, sind Karate, Segeln und Oldtimerfahren. Ferner fungiert er beim RKV seit Ende 2012 als Senatspräsident. Seine bessere Hälfte wuchs in Bochum auf, wo man sich seinerzeit auch kennenlernte. Im Jahre 1987 war es dann um sie geschehen, als der Prinz sie zu einem Ball im Kölner Karneval einlud.

Heute führt sie erfolgreich das kleine Familienunternehmen mit drei Söhnen, managt die Praxis des Gatten und engagiert sich beim RKV und dem Kinderschutzbund Oberberg. Mit einer sehr humorvollen und bestens recherchierten Laudatio proklamierte Bürgermeister Gero Karthaus die Majestäten und überreichte die Insignien der Macht. Er stellte nebenbei scherzhaft klar, dass die neue Aula in der Gemeinde „erdbebensicher“ werden würde, um auch künftig den Tänzen der Torwache standzuhalten. Die weitere Proklamation musste aus Termingründen des nächsten Programmpunktes geteilt werden, so dass man die Bühne vorerst räumte.


[Wortgewandt und nie um einen Kommentar verlegen: Kommandant „Schorschi“ Meinerzhagen.]

Micky Brühl, allen noch bekannt als Sänger der „Paveier“, ist mittlerweile mit seiner eigenen Band unterwegs. „Es ist sehr frisch bei euch im Bergischen“, spielte er auf die Außentemperaturen an und legte direkt mit seinen Mannen los. Neue Hits ihrer CD, aber auch Bekanntes und bewährte Songs ließen den Saal kräftig schunkeln und animierten zum lauten Mitsingen. Nur verständlich, dass drei Zugaben folgen mussten, bevor die Band die Rückreise nach Köln antreten durfte. Befreundete Gesellschaften aus Bielstein, Denklingen und dem "Vorort von Ründeroth" Engelskirchen, wie es der Kommandant erklärte, standen auf den Stühlen und feierten mit. Den zweiten Auftritt der Session absolvierte hier im „kleinen Gürzenich“ die Schlossgarde „Rittmeister Rutger von Quadt zu Alsbach im Senat der KG Närrischen Oberberger von 1983 e.V“. Ein Zungenbrecher, wie Moderator „Schorschi“ im weiteren Verlauf des Auftritts immer wieder feststellte. Mit neuem Tanzpaar und einigen Aushilfs-Tänzern freute man sich hier auf der etwas kleinen Bühne wieder präsent sein zu dürfen, wie Bühnenkommandant Stephan „Joker“ Koch erklärte.


 [Bürgermeister Dr. Gero Karthaus proklamierte das Prinzenpaar.]

Dem zweiten Teil der Proklamation, bei dem Prinz Christian I. seine Adjutanten und Mariechen vorstellte und die Prinzessin ihre elf Gebote verlas, folgte ein Auftritt mit Tänzen der „Aggerperlen“. Seit elf Jahren gibt es diese Tanzgruppe, die von Prinzessin Christiane kurzum zum Mitreisen mit dem Prinzenpaar verpflichtet wurde. Während der Saal dem Zweigespräch der „Pillhöhner“ nur im vorderen Bereich folgte, hatten sie bei ihren Stimmungsliedern wieder alle im Griff und der ganze Saal machte mit.

Mit dem VfL-Ballett kam etwas für die Augen der Herren im Saal, wie Meinerzhagen ankündigte. Die jungen Damen wirbelten zu kölschen und Can-Can - Klängen über die Bühne und boten Showtanz pur. Nun waren die weiblichen Besucher im Saal an der Reihe. Mit dem Männerballett des KKL betrat geballte männliche Eleganz und Grazie die Bühne. Dem Feuerwehr-Outfit hatte man sich schnell entledigt und zeigte eine tolle Tanz-Performance, dem ebenfalls als Zugabe ein Can-Can folgte. Begeistert juchzende Damen vor der Bühne zeugten vom nachhaltenden Eindruck, den diese „Boygroup“ hinterließ.  

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Der Kommandant dankte den vielen Helfern und Unterstützern, die zum guten Verlauf des Abends beigetragen hatten, sei es unter anderem die Theken- und Küchencrew oder der Ründerother Schützenverein gewesen, die erneut die Bewirtung der Gäste übernommen hatten. Zum großen Finale ging es dann nochmals musikalisch mit der Band „Kläävbotze“ aus Köln auf der Bühne richtig ab. Seit 20 Jahren gibt es diese Formation, die 2012 ihr aktuelles Album „Stammdeesch“ einspielte. Nachdem man sich 2010 musikalisch neu ausgerichtet hatte haben die Jungs den Status als Kultband erreicht und zeigten dies auch als würdiger Abschluss dieser Veranstaltung.