Archiv

Zitate in Abschlusszeitung: Schüler und Lehrer bedauern Vorfall

Red; 8. Jul 2013, 14:24 Uhr
Bild: Tim Nitschmann.
ARCHIV

Zitate in Abschlusszeitung: Schüler und Lehrer bedauern Vorfall

Red; 8. Jul 2013, 14:24 Uhr
Morsbach - Beteiligte beziehen zu den Inhalten der Abschlusszeitung der Klasse 10 an der Erich-Kästner-Hauptschule Stellung - Zitate des Kabarettisten Volker Pispers waren ohne Quellenangabe aus dem Kontext gerissen worden.
Schülersprecherin Hatice Samurkas (für die Schüler) und Schulleiter Andreas Borlinghaus (für die betreuende Lehrkraft, das Kollegium und die Schulleitung) haben eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen rund um die Veröffentlichung der Abschlusszeitung der Erich-Kästner-Hauptschule Morsbach (siehe Bericht) abgegeben. Hier der Brief im Wortlaut:

„In der Abschlusszeitung der Klasse 10 wurden Inhalte veröffentlicht, die durch ihre fehlenden Quellenangaben als fremdenfeindlich aufgefasst wurden. Diese Sprüche stammen von Volker Pispers, einem der anerkannten deutschen Kabarettisten, der gesellschaftliche Missstände wie zum Beispiel Fremdenfeindlichkeit bissig kommentiert und seinem Publikum den Spiegel vorhält. Dass die Inhalte wegen der formalen Fehler von der Öffentlichkeit falsch verstanden werden mussten, bedauern wir sehr. Diese Wirkung sollte nicht entstehen.


Ziel war es, die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Leider ist das Gegenteil passiert. Wegen der fehlenden Quellenangabe sind die Zitate aus dem Bühnenprogramm von Volker Pispers aus dem notwendigen Kontext gerissen. Dieses Missverständnis bedauern wir sehr. Um unsere wahre Gesinnung zu zeigen, spenden wir die  gesammelten Sponsorengelder nach Rücksprache mit den Sponsoren an Organisationen  gegen Rechtsradikalismus. Wir möchten uns an dieser Stelle auch für die gesamte Wirkung der Abschlusszeitung entschuldigen.

Die betreuende Lehrkraft hat für die gesamte Erstellung der Abschlusszeitung die volle Verantwortung übernommen. Es ist bedauerlich, dass die Zeitung der Schulleitung erst vorlag, als sie bereits verteilt wurde. Hier haben abgesprochene Informationswege nicht funktioniert. Daher war es richtig, dass die Fehler in der Abschlusszeitung bekannt wurden. Wir als Schülerinnen und Schüler verzichten auf den beliebten „Chaostag“, da wir die ohnehin knappe, verbleibende Zeit zur Aufarbeitung nutzen möchten. Einerseits als Teil unserer Verantwortung, andererseits als Hilfe für unsere Schule, die so unglücklich in ein falsches Licht geraten ist.

Wir alle wollen aus diesen Vorfällen lernen. Das Erstellen von Abschlusszeitungen wird zukünftig fächerübergreifend in den Unterricht einbezogen werden.“