HANDBALL

Heikle Mission im Norden

uk; 01.03.2021, 16:50 Uhr
Archivbild: Michael Kleinjung --- Kapitän Timm Schneider muss seine Mannschaft beim Top-Duell in Hamburg mitreißen.
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Heikle Mission im Norden

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uk; 01.03.2021, 16:50 Uhr
Gummersbach - Schwer angeschlagen durch die Blamage in Fürstenfeldbruck und die Verletzung von Alexander Hermann reist der VfL Gummersbach zum Zweitliga-Gipfeltreffen nach Hamburg - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Uli Klein

 

Handball Sport Verein Hamburg – VfL Gummersbach (Mittwoch, 20 Uhr).

 

Es ist keineswegs so, dass es keine Vorboten gegeben hätte. Schon seit Wochen hatte sich der VfL Gummersbach durch die 2. Liga gewurschtelt. Zahlreiche Partien konnte das Team von Coach Gudjon Valur Sigurdsson jedenfalls nur auf letzter Rille und mit knappem Atem gewinnen. Man residiert dank der Kraftakte aber immerhin auf Rang zwei im Unterhaus, legt man die Minuspunkte zu Grunde gar auf dem Spitzenplatz des Bundesliga-Unterhauses.

 

Das in diesem Kontext gern zitierte Motto "The trend is your friend" sollte sich indes ab Mitte Februar bestätigen - der blau-weiße Vorrat an Dusel war schlichtweg aufgebraucht: Man kassierte nicht nur gegen den alten Rivalen und Liga-Neuling aus Großwallstadt eine gänzlich ungeplante, aber redlich verdiente Heimniederlage, sondern ließ sich am vergangenen Freitag von Liga-Schlusslicht Fürstenfeldbruck am Nasenring durch deren Wittelsbacher Halle führen. Am Ende stand ein 25:32 beim Neuling. Ein Resultat, das man getrost in der Rubrik "Klatsche" einordnen darf.

 

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"Wir haben das bekommen, was wir verdient haben", räumte Sigurdsson nach der schmerzhaften Abreibung ein. Nach Recherchen der in München ansässigen Süddeutschen Zeitung platzte dem ehemaligen Weltklasse-Linksaußen nach dem Debakel dermaßen der Kragen, dass man den sonst so kontrollierten Isländer kurz nach der Schlusssirene auch noch am anderen Ende des Kabinentraktes hören konnte. Nicht von ungefähr titelte SZ: "FFB-Panther erlegen Angsthasen".

 

Und als wäre die trostlose Dienstreise allein nicht schon Grund genug für kollektive Verärgerung im VfL-Zirkel gewesen, nutzten sowohl der HSV Hamburg als auch der TuS N-Lübbecke die oberbergischen Fehlleistungen mit Wonne aus. Während die Hanseaten (40:29 in Konstanz) nun mit 33:5 Zählern als alleiniger Primus den Klassenspiegel anführen, rückten die Ostwestfalen (27:9/31:28 gegen Eisenach) dem VfL (29:7) bis auf zwei Pünktchen auf die Pelle.

 

Flankiert wurde der sportliche Katastrophenauftritt in Bayern zudem durch die schwere Gesichtsverletzung (Knochenbrüche), die Alexander Hermann bei einer Abwehraktion erlitt und die den Österreicher für mindestens zwei Monate außer Gefecht setzen dürfte. Ein weiterer Wirkungstreffer für den gestutzten Aufstiegsanwärter, zählt der wurfstarke Hermann doch in Defensive wie Offensive zu den absoluten Eckpfeilern.

 

Richtig ungemütlich werden die Dinge für die Gummersbacher indes beim Blick auf die auf die nächste Partie. Am Mittwochabend (20 Uhr) müssen die gerupften Kreisstädter beim Primus in Hamburg antreten. Heißt im Klartext: Bei einer Niederlage im Norden würde nicht nur die Tabellenspitze in der Ferne verschwinden, auch der zweite Platz im Klassement würde bedenklich wackeln - und damit die ersehnte Rückkehr in Liga eins. Nur die beiden erstplatzierten Mannschaften in Liga zwei schaffen am Saisonende bekanntlich den Sprung in die Beletage.

 

Timm Schneider ist sich der brisanten Gemengelage vollauf bewusst und formuliert ein klares Ziel für die Begegnung beim Ligaprimus, den man im Hinspiel nach hartem Kampf knapp (26:25) in die Knie zwingen konnte. „Wir müssen das letzte Spiel in Fürstenfeldbruck so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen und uns wieder auf die Sachen konzentrieren, die uns stark machen“, sagt der VfL-Kapitän und ergänzt: „Wenn wir das schaffen, denke ich, dass wir den Ausfall von Alex Hermann kompensieren können und auch für ihn ein gutes Spiel zeigen werden.“

 

Ein ehrenwerter Anspruch für eine heikle Mission, der freilich nicht einfach in die Tat umzusetzen sein dürfte: Der HSV Hamburg ist seit 13 Punktspielen unbesiegt.

 

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