FUSSBALL
Frömmersbachs A-Jugend wird Doublesieger – Wiehler D-Junioren bejubeln späten Finalerfolg
Oberberg – Am ersten Tag der Kreispokalendspiele der Nachwuchskicker aus dem Kreis Berg holte sich der SV Frömmersbach den A-Jugend-Titel – Die U13-Teams aus Wiehl und Refrath lieferten sich ein spannendes Duell – Die B-Junioren aus Waldbröl können Bergisch Gladbach kein Bein stellen (AKTUALISIERT).
Mit dem Sieg des SV Frömmersbach gegen den SV Altenberg im A-Jugend-Endspiel endete der Kreispokaltag der Junioren in Refrath. Zum Auftakt holte die D-Jugend des FV Wiehl den „Pott“ zum wiederholten Mal nach Hause. Im Anschluss durften die Teams des SV Bergisch Gladbach zweimal jubeln – bei den C- und B-Junioren. Am morgigen Sonntag spielen die Juniorinnen ihre neuen Champions aus (hier geht’s zur Vorschau).
A-Junioren
SV Frömmersbach – SV Altenberg 1:0 (0:0).
"Doublesieger, Doublesieger" schallte es am Ende eines langen Juniorenpokaltags über die Refrather Sportanlage. Die A-Jugendfußballer des SV Frömmersbach haben sich gegen den SV Altenberg mit einem 1:0-Erfolg den Titel gesichert. Es war ein langer Weg, ehe sich der Meister der Sonderliga gegen den ärgsten Verfolger durchsetzen konnte. Ein Tor nach einer Ecke ebnete den Weg zum Sieg.
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[Der SV Frömmersbach setzte sich im Pokalfinale der A-Jugendlichen mit 1:0 gegen den SV Altenberg durch.]
„Ich habe das schonmal gesagt. Altenberg war definitiv der stärkste Gegner, gegen den wir in diesem Jahr gespielt haben und gegen den wir in diesem Jahr auch das Glück auf unserer Seite hatten. Es war auch heute brutal schwierig. Altenberg hat eine super Spielanlage. Ich bin total begeistert von dem Plan, den die haben. Wir haben uns aber gut drauf eingestellt“, hatte SVF-Trainer Michael Otten nicht nur Gedanken für seine eigene Mannschaft übrig. Es war ein würdiges Finale zwischen den beiden Konkurrenten aus der Sonderliga, die es bei heißen Temperaturen zunächst eher gemächlich angingen. Frömmersbach stand tief und ließ den Gegner kommen.
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[Bis in die Schlussphase lieferten sich die Konkurrenten aus der Sonderliga ein hart umkämpftes Spiel.]
Gefährlich wurde es zunächst nicht. Altenbergs Norwin Kühn verzeichnete den ersten Abschluss, der aber zur leichten Beute für SVF-Torwart Maximilian Bremicker wurde (9.). Auf der Gegenseite schossen David Drlja (22.) und Tim Tombers (26.) harmlos aufs Altenberger Tor. Die beste Chance des ersten Durchgangs hatten die Altenberger nach einer halben Stunde. Kühn legte in der Box auf Maurice Glaubitt ab, der den Ball per Lupfer nur knapp über das Gehäuse beförderte. Drei Minuten später ging ein Raunen durchs Stadion. Nach einer Ecke stand Altenbergs Ben Lützenkirchen am langen Eck frei und köpfte den Ball ins Tor, doch der Schiedsrichter gab das Tor wegen eines zuvor begangenen Fouls nicht.
Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Altenberger abschlussfreudiger, ohne aber wirklich Gefahr auszustrahlen. Kilian Troche setzte noch den besten Schuss ab, der aber Zentimeter vorbeiging (54.). Zayan-Dar Ullah zielte für die Frömmersbacher zu hoch (63.), ehe erneut die Altenberger durch Luis Kahl von der Strafraumgrenze zum Abzug kamen. Doch auch der Versuch ging über die Querstange. Als sich viele der Anwesenden wohl schon auf eine Verlängerung gefasst machten, brachte eine Standardsituation die Entscheidung. Nach einer Ecke bekamen die Altenberger den Ball nicht geklärt, Tim Tombers stand beim Abpraller rund 20 Meter vor dem Tor goldrichtig und versenkte das Rund mit einem satten Schuss zum 1:0-Siegtreffer (84.).
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[Frömmersbachs Trainer Michael Otten nutzte die Trinkpause, um seine Mannschaft für die Schlussphase des Finales noch einmal heiß zu machen.]
Vorbei war es mit dem Führungstreffer aber noch nicht. Altenberg warf jetzt alles nach vorne und erkämpfte sich in den letzten Minuten noch zwei Ecken und einen Freistoß und hatte beinahe noch die Gelegenheit auf den späten Ausgleich. Nach einem Handspiel im Strafraum pfiff der Referee Elfmeter, doch nach Abstimmung mit dem Assistenten nahm er die Entscheidung wieder zurück und Frömmersbach spielte die übrige Zeit herunter. Im Zuge der Diskussionen um den Elfmeter hatte Kapitän Kaan Ören noch die Gelb-Rote Karte gesehen, weil er offenbar zu vehement auf den Unparteiischen einwirkte.
„Die Jungs sind alle auf Erfolg getrimmt. Was die dieses Jahr investiert haben, dann ist es klar, dass auch mal Emotionen durchstechen“, hatte Otten Verständnis, dass es in der Schlussphase und auch nach dem Spiel einige Gefühlsausbrüche auf beiden Seiten zu sehen gab. Sein Dank ging in erster Linie ans Kollektiv: „Ohne unsere Bank hätte die Saison so nicht stattgefunden. Da sind 22 Jungs, die sich komplett aufgeopfert haben. Da sind einige Jungs dabei, die kaum zum Einsatz gekommen sind, aber die waren immer beim Training und waren immer präsent und haben die anderen immer herausgefordert. Und nur so kannst du qualitativ wachsen. Weil immer alle im Fokus sind. Riesenrespekt für die Jungs, die heute nicht zum Zug gekommen sind.“
Tore
1:0 Tim Tombers (84.).
Besonderes Vorkommnis
Gelb-Rot gegen den Frömmersbacher Kaan Ören (89.).
B-Junioren
RS 19 Waldbröl – SV Bergisch Gladbach 09 0:2 (0:1).
Der Außenseiter aus Waldbröl verpasste trotz großer Fanunterstützung die Finalüberraschung. Gegen den in der Mittelrheinliga spielenden Titelverteidiger gab es für die Elf von Ramazan Ulusoy und Marc Engelbert letztlich nichts zu holen, auch wenn das Resultat ein ausgeglichenes Duell vermuten lässt. Doch um den Favoriten in die Bredouille zu bringen, mangelte es dem wacker verteidigenden Sonderligisten an den offensiven Mitteln. „Man hat gemerkt, dass Bergisch Gladbach zwei Klassen höher spielt. Uns hat der Mut nach vorne gefehlt, der Gegner hat unsere Bälle aber auch gut verteidigt“, meinte Ulusoy.
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[Louis Pulm muss sich gegen zwei Gegenspieler zur Wehr setzen.]
Schon nach drei Minuten hätte es beinahe erstmals im RS 19-Kasten geklingelt. Torwart Roman Henze parierte gegen Cengiz Candan, der Nachschuss wurde geblockt. Kurz darauf segelte ein Kopfball von Yassin Mounaji knapp vorbei (5.). Henze war in der siebten Minute erneut gefordert und wehrte auch einen Fernschuss von Philippe de Courten ab (19.). Die 09er hatten durchgehend eine Ballbesitzquote von 70 bis 80 Prozent, für Entlastung sorgten die Rasensportler kaum einmal. Gladbachs Davud Alibasic schlenzte die Kugel vorbei (27.), ehe der Underdog seinen ersten Konter fahren konnte. Enrico Crisci versuchte es mit einem Lupfer aus der Distanz, doch der Ball ging deutlich über das Gehäuse (30.).
Wenig später leistete sich Waldbröl ein unnötiges Foul im Strafraum, den fälliger Elfer verwandelte Lennart Bremmekamp zur Führung. Henze zeigte im Anschluss noch eine Fußparade und eine Direktabnahme von Mounaji verfehlte das Ziel ebenfalls (36., 40.).
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[Der SV Bergisch Gladbach 09 nahm den Pokal bei den B-Junioren erneut mit nach Hause.]
Nach dem Seitenwechsel ein unverändertes Bild: Bergisch Gladbach kontrollierte das Geschehen, agierte im letzten Drittel aber zu hektisch. Dennoch gelang Candan mit einem Schuss ins kurze Eck das 0:2. Nur noch einmal hätte es der RS 19 spannend machen können: Nach Vorarbeit von Felix Becker vergab Mika Wirths die beste Möglichkeit (65.). Die Gladbacher ließen in der Folge nichts mehr anbrennen und schaukelten den Vorsprung souverän über die Zeit.
Vom mitgereisten Anhang gab es anschließend aufmunternden Applaus für die Kicker von der Maibuche, die den Einzug ins Endspiel als großen Erfolg verbuchen durften. „Hierher zu kommen, war für uns eine tolle Sache. Wir haben die Atmosphäre genossen und ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, lautete das versöhnliche Fazit von Ulusoy.
Tore
0:1 Lennart Bremmekamp (34.), 0:2 Deniz Candan (52.).
D-Junioren
SV Refrath – FV Wiehl 2:4 (1:1).
Das Drama-Level war gleich im ersten Endspiel des Wochenendes hoch. In einer hochklassigen Partie vor großer Kulisse setzte sich am Ende der favorisierte Bezirksligist durch, musste dafür aber komplett an die Grenzen gehen, denn der SV Refrath verlangte den Wiehlern alles ab und hätte sich mit etwas Fortune sogar die Krone aufsetzen können. „Das war ein sehr spannendes Finale, aber wir wussten, dass es schwer wird auf dem kleinen Platz hier“, atmete FV-Coach Marco Vierschilling, der das Team zusammen mit Kai Henkelmann betreut, nach den umkämpften 60 Minuten durch. „Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs, meinen Trainerkollegen Kai und die Eltern“, freute sich Vierschilling über den Gewinn des „kleinen“ Doubles, denn bereits beim Hallenkreispokal im Winter hatten seine Schützlinge die Oberhand behalten.
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[Jason Gudjonsson nahm den Pokal für die Wiehler Mannschaft entgegen.]
Wiehl besaß nach wenigen Sekunden durch Leon Henkelmann die erste Topchance zur Führung, doch dann meldete sich der Sonderligist, angefeuert von vielen Fans, an. Mit drei Klasseparaden verhinderte FV-Schlussmann Phil Rolle einen Rückstand, bevor auch dessen Gegenüber Paul Kalwa mehrere Glanztaten zum Besten lieferte. In der 16. Minute fiel das umjubelte 1:0 für die „Blues“: Kapitän Antin Hirsch traf flach ins lange Eck. „Bis dahin waren wir sehr nervös. Das Gegentor war der Wachmacher für uns“, so Vierschilling. Die Gäste nutzten einen Konter zum 1:1 durch Henkelmann, danach ging es bei sommerlichen Temperaturen – der Schiedsrichter legte pro Halbzeit eine Trinkpause ein – in die Kabinen.
Die Wiehler erwischten im zweiten Durchgang den besseren Start: Henkelmann hielt nach einer Maßflanke von Jason Gudjonsson den Fuß hin – 1:2. Doch im direkten Gegenzug gelang Refrath nach einem Freistoß der Ausgleich in Person von Albion Ramadani. Nachdem Gudjonsson per ruhendem Ball an Torwart Nico Witte gescheitert war (43.), erlaubte sich Wiehl einen dicken Abwehrschnitzer, wodurch der SVR zu einer Riesengelegenheit zum 3:2 kam: Hirsch zielte an den Pfosten, der Nachschuss von Julian Löschner wurde auf der Linie geklärt (50.).
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[Leon Henkelmann erzielte im Finale zwei Treffer - hier dreht er nach dem 2:1 jubelnd ab.]
Großes Glück also für Wiehl, das im weiteren Verlauf selbst zwei Aluminiumtreffer verzeichnete. Sowohl Gudjonsson als auch Henkelmann scheiterten an der Querstange (51., 52.). Die Vierschilling-Elf schien in der Schlussphase die höheren Kraftreserven zu haben, wobei der Treffer zum 2:3 ein Fall fürs Kuriositätenkabinett war: Ein Abschlag von Schlussmann Laurin Kuhn, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, prallte einmal in der Refrather Hälfte auf, wurde lang und länger und konnte von Witte lediglich an die Latte gelenkt werden. Den Rebound schob Gudjonsson zum 3:2 über die Linie. Kurz vor dem Abpfiff bekam Wiehl noch einen Strafstoß zugesprochen. Witte hielt gegen Gudjonsson, der jedoch den Abpraller verwertete – die Entscheidung.
„Refrath war ein superstarker Gegner, super organisiert. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, und freue mich sehr für die Mannschaft“, sagte Vierschilling. Gefeiert wird die Titelverteidigung – die damalige U13 hatte 2025 in Marienheide gewonnen – auf der heimischen Walter-Lück-Sportanlage.
Tore
1:0 Anton Hirsch (16.), 1:1 Leon Henkelmann (17.), 1:2 Leon Henkelmann (33.), 2:2 Albion Ramadani (34.), 2:3 Jason Gudjonsson (58.), 2:4 Jason Gudjonsson (60.+1).
C-Junioren
SV Bergisch Gladbach 09 – TuS Moitzfeld 8:0 (4:0).

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