BLAULICHT

Polizei fasst zwei "falsche Kollegen"

ks; 16.10.2020, 16:55 Uhr
BLAULICHT

Polizei fasst zwei "falsche Kollegen"

ks; 16.10.2020, 16:55 Uhr
Gummersbach – In den vergangenen Tagen kontaktierten Betrüger als falsche Polizeibeamte zahlreiche Senioren – Zwei Tatverdächtige wurden auf frischer Tat ertappt.

Zahlreiche Gummersbacher Senioren wurden in den vergangenen Tagen von Betrügern kontaktiert, die sich als falsche Polizeibeamte ausgaben. Nun gelang es der Polizei, zwei Tatverdächtige festzunehmen. Bei den zwei Personen handelt es sich um einen 23- und einen 25-Jährigen aus dem Raum Aachen, die bei einer fingierten Geldübergabe gefasst wurden. Zuvor gelang es dem Duo jedoch, bei zwei anderen Übergaben an Geld und Schmuck zu gelangen. Hierbei wurden zwei Personen im Alter von 77 und 86 Jahren geschädigt, die bei ihrem Geldinstitut größere Geldbeträge abholten. Bei einer weiteren Abhebung schöpfte ein Bankmitarbeiter Verdacht und verständigte die Polizei.

 

Erstmals kontaktierten die Betrüger die Senioren am vergangenen Montag. Als angebliche Kriminalbeamte warnten sie vor Einbrechern und überzeugten die Gummersbacher, dass auch ihre Bankkonten in Gefahr seien. So holten die Geschädigten Geld von ihren Konten und überreichten dies zusammen mit Schmuck einem unbekannten Mann, der die Beute an der Wohnungstür abholte. Darüber hinaus interessierten sich die Täter auch für Wertpapiere der Senioren. Da der Verkauf der Wertpapiere zwei Tage in Anspruch nahm, wollten die Täter am gestrigen Donnerstag  zurückkehren.

 

Zu diesem Zeitpunkt waren die Geschädigten bereits aufgeklärt und gingen zum Schein auf die Forderungen der Täter ein. So konnten die Täter gestern Vormittag in Niederseßmar gefasst werden. Das Amtsgericht Gummersbach erließ heute gegen beide Tatverdächtige einen Haftbefehl. Gegen Auflagen wurde der Haftbefehl gegen den 23-Jährigen zunächst ausgesetzt. Die ergaunerte Beute ist bislang noch nicht aufgetaucht.

 

Am Donnerstag wurde auch ein 80-jähriger Strombacher von Betrügern kontaktiert und durch ein stundenlanges Telefonat verunsichert. Der Mann kontrollierte sein Schließfach und berichtete seiner Tochter von dem Anruf. Hier blieben die Täter erfolglos. Trotzdem werde laut Polizei deutlich, wie wichtig es ist, ältere Verwandte und Bekannte über diese Betrugsmasche aufzuklären. Ein guter Schutz sei auch, die Telefonnummer nicht in Telefonverzeichnissen zu veröffentlichen. Die Betrüger würden dort gezielt nach kurzen und somit alten Rufnummern oder auch nach heute weniger gebräuchlichen Vornamen suchen.

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