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Lehrer büffeln, um Schüler zu fördern

fj; 16. Oct 2013, 14:03 Uhr
Bild: Fenja Jansen --- (v.li.) Die Schulleiter sowie Vertreter des Kreises und der Bundesregierung feierten den Startschuss des Projekts „Vielfalt fördern“ im Oberbergischen.
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Lehrer büffeln, um Schüler zu fördern

fj; 16. Oct 2013, 14:03 Uhr
Oberberg – Heute feierten vier oberbergische Schulen den Start des Projekts „Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt fördern“ – Die Lehrer erwarten umfangreiche Fortbildungen.
Wenn Lehrer das Klassenzimmer betreten, sehen sie einer Vielzahl von Schülern ins Gesicht. Und deren Charaktere, Stärken und Talente sind ebenso vielfältig. Egal ob die Schüler einen Migrationshintergrund, eine Lernschwäche, eine Hochbegabung oder eben nicht haben – kein Kind ist wie das andere. Lehrer durch Fortbildungen darin fit zu machen, die unterschiedlichen Potentiale ihrer einzelnen Schülern zu erkennen, zu fördern und geschickt in den Unterricht einzubringen, ist das Ziel des Projekts „Vielfalt fördern“ des nordrhein-westfälischen Schulministeriums und der Bertelsmann Stiftung. Der Oberbergische Kreis zählt zu den fünf Pilot-Regionen in Nordrhein-Westfalen, in denen Lehrerkollegien von vier Schulen eine zweijährige Fortbildung beginnen. Diese wird begleitet von Wissenschaftlern der Universität Münster.


Bereits im vergangenen Februar waren alle oberbergischen Schulen mit Sekundarstufe I zu einer Informationsveranstaltung eingeladen (OA berichtete). Von allen Schulen, die sich danach für die Fortbildung bewarben, wurden die Sekundarschule Nümbrecht-Ruppichteroth, die Sekundarschule Engelskirchen, die Hauptschule Lindlar und die Realschule Gummersbach-Steinberg ausgewählt. Den Startschuss für das Projekt feierten die vier Schulen heute gemeinsam im Forum der Realschule Steinberg. „Die Situationen an vielen Schulen ist derzeit die, dass die Klassen immer stärker durchmischt sind und eine größere Vielfalt an Charakteren vereinen. Diesen gilt es gerecht zu werden. Die Klassengröße wird aber nicht geringer. Da kam uns das Projekt gerade recht“, begründete Detlef Betz, Schulleiter der Realschule Steinberg, warum sich seine Schule für das Pilotprojekt bewarb.

„Vielfalt ist keine Behinderung, sondern eine Chance“ begrüßte Regierungsschuldirektor Achim Eckstein von der Bezirksregierung Köln den Start des Projekts im Oberbergischen Kreis. Den Lehrern der entsprechenden Schulen stehen nun Fortbildungen in vier Modulen bevor. Zunächst wird es darum gehen, sich im Team darüber zu einigen, wie guter Unterricht aussieht. Dann werden die Lehrer darin geschult, Potentiale und Interessen ihrer Schüle zu erkennen. In den letzten beiden Modulen wird es konkret darum gehen, wie diese Erkenntnisse in Lehre und Unterricht eingebracht werden können. „Können Sie auch einmal ein ganz konkretes Beispiel geben, dass auch die Fünftklässler verstehen“, bat ein Schüler am Ende der Feierstunde. Der Bitte kam Gabriele Welter, Koordinatorin des Projekts, gerne nach: „Wenn ein Schüler fürs Lesen ein bisschen mehr Zeit braucht, als seine Klassenkameraden, muss der Lehrer überlegen, wie er seinen Unterricht zeitlich so einteilt, dass alle genug Zeit haben, einen Text zu lesen und zu verstehen. Damit am Ende alle mitreden können.“
  
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